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"Hier im Dorf gehen nicht so viele Straßen von der Hauptstraße ab", sagt Ralf Hagens. "Deshalb wurden die Haltestellen nach den Familien benannt, die hier wohnen." Das passte seinem Großvater gut. Ihm gehörte die "Gaststätte Hagens", die heute auf der anderen Straßenseite liegt und "Weser Utkiek" heißt. Ralf Hagens' Vater baute 1971 neu. "Der Mittwochsbus war immer knackevoll mit Kaffeegästen, die zum Tanztee kamen", erinnert sich Ralf Hagens an seine Kindheit. "Da hatten wir als Schüler schon Probleme, in den Bus reinzukommen." Heute fahren morgens große Gelenkbusse, damit alle Schulkinder mitfahren können. Davon gibt es in Seehausen aufgrund eines Neubaugebietes einige. Auch viele Berufstätige nehmen den Bus in die Stadt.
Zur Arbeit fährt er mit dem Auto
Ralf Hagens selbst fährt seit 30 Jahren nicht mehr mit dem Bus. Für seinen Job im Verkaufsmanagement beim Konsumgüterhersteller Procter & Gamble braucht er das Auto. Sein Haus ist 100 Meter von seinem Elternhaus entfernt. Nach ein paar Jahren in Bayern ist er wieder zurückgekommen. Rund 1200 Menschen leben am linken Ufer der Weser in Seehausen mit dem Ortsteil Hasenbüren zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. "Uns gefällt's hier", sagt Ralf Hagens. "Wir fühlen uns dem Ort und seinen Bewohnern sehr verbunden."
Deshalb bringt der 50-Jährige sich auch ein. "Immer nur meckern, nützt nichts", sagt er. "Man muss selbst Flagge zeigen." Seit 1991 ist er für die CDU im siebenköpfigen Beirat, Beiratssprecher ist er seit 2003. Ob es um Staubwolken gehe, die von den Stahlwerken Arcelor Mittal über die Weser wehen, den Bau des Wesertunnels, der als Teil der A281 vom Gelände der Stahlwerke bis hinter die Wohnbebauung in Seehausen führen soll, oder um das Aufstellen von Windrädern auf dem Gelände der Kläranlage: "Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir einheitlich hinter dem stehen, was für die Seehauser am besten ist", sagt Hagens, "egal, welcher Partei wir angehören." Beachtet würden die Belange der Bürger aber nicht immer. "Gegen die Windkraftanlage zum Beispiel haben wir uns vehement gewehrt", sagt der Beiratssprecher. "Seit Oktober ist sie in Betrieb, und Anwohner können bei geschlossenem Fenster nicht schlafen, weil sie so laut ist."
Aber Ralf Hagens engagiert sich nicht nur im Beirat. Er ist auch im Vorstand des Bremischen Deichverbandes am linken Weserufer aktiv, der sich um Hochwasserschutz und die Be- und Entwässerung der Grundstücke seiner Mitglieder kümmert. In seiner Freizeit geht er in seinem Revier im Niedervieland auf die Pirsch. Auch da kommt er ohne Bus hin. Denn es liegt, genau wie seine "eigene" Haltestelle, direkt vor seiner Haustür.


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