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und Kornelia Hattermann
Vahr. Unter dem Begriff Fogging, der erst in den 90er-Jahren aufkam, ist eine plötzliche Schwarzverfärbung in Wohnräumen zusammengefasst. Von den Verfärbungen betroffen sind Wände, Decken, Fensterrahmen, Türen aber auch Kühlschränke oder Möbel. Ein leicht schmieriger, schwarz schmutziger Film lässt sich unerklärlich nieder. Fast immer entsteht das Phänomen mit dem Einsetzen der Heizperiode. Da der Schmierfilm in Konsistenz und Färbung dem Ruß ähnelt, hielt man in den 90er-Jahren Heizungsinstallateure für die zuständigen Fachleute. Erst als mit einer aufwendigen und sehr genauen Untersuchungsmethode des Technischen Überwachungsvereins (Tüv) Hamburg die Ablagerungen eingehend untersucht und gedeutet wurden, war klar, dass es sich nicht um Ruß handelt, und dass Fogging unabhängig von der Heizungsart auftritt. Es ist kein Verbrennungsrückstand, wie Wolfgang Melzer erklärt.
Auch heute noch ist das Phänomen des Fogging, der schwarzen Verfärbungen, nicht vollständig zu erklären, aber es gibt gesicherte Erkenntnisse über die Entstehung. Aus Kunststoffanteilen von Wohnraummaterialien, die nicht deklarationspflichtig sind, weil sie nicht mehr zu den üblichen Weichmachern zählen, strömen Stoffe aus. Das könnte der Trittschutz einer Teppichunterkonstruktion sein oder Anteile einer Strukturtapete oder Substanzen in Wandfarben. Dabei wirkten diese ausströmenden Substanzen stets zusammen, erklärt Melzer. Jede für sich genommen, könnte nicht zum Fogging führen. Durch die trockenere Luft und warme Temperaturen wird das Zusammenwirken dieser Ausdünstungen gefördert. Bis zu fünf Jahre nach dem Einsatz der Wohnraummaterialien kann es zu Fogging kommen. Einerseits sind Flächen nahe von Verwirbelungen von Heizungsluft oder bautechnischen Kältebrücken betroffen, andererseits Flächen, die statischer Aufladung unterliegen. Zudem verbinden sich Mikrostaube durch klebrige
Anhaftungen zu größeren Verbunden und setzen sich dann an statischen oder verwirbelten Stellen ab. Diese sichtbaren Schmutzfilme sind der Fogging-Effekt.
Gibt es das Phänomen im Wohnbereich, treten die Fragen nach Ursache und Haftung in den Vordergrund. Wolfgang Melzers Labor in der Dortmunder Straße bietet Untersuchungen an. Steht der Ursprung zweifelsfrei fest, scheint der Haftende gefunden. Oder nicht? Für Mieter, die auf eigene Kosten Teppich verlegen lassen, woraufhin es im Zusammenwirken mit der vorhandenen Wandfarbe des Vermieters zu Fogging kommt, wird die Schuldfrage vermutlich eine nervenaufreibende Angelegenheit, die in einem Vergleich endet. Denn selbst wenn im Gutachten steht, dass nur die Wandfarbe und der Teppich ursächlich Fogging auslösen, müsste noch entschieden werden, wie hoch eventuelle Schuldanteile beim Mieter, Vermieter, Malerbetrieb, Teppichverleger, Farbenhersteller, Teppichproduzenten oder bei Zwischenhändlern für Teppich oder Farbe liegen.
Gibt es Bedingungen, die Fogging begünstigen und die es zu vermeiden gilt? Nicht eindeutig nachgewiesen, aber unter Verdacht stehen gut isolierte Räume, in denen begünstigend eine niedrige Luftfeuchtigkeit herrscht. Glasfaser- und Vinyl-Tapeten, Kassettendecken aus Styropor und Laminatböden, ebenso wie PVC-Platten, Isolierschäume, Lacke und Innenraumfarben, ganz besonders Latexfarben, stehen unter starkem Verdacht, Fogging über ihre Ausdünstungen zu begünstigen. Die Häufung von strahlenabgebenden Haushaltsgeräten wie Fernseher, Mikrowelle und Computer, könne eine Über-Ionisierung der Raumluft bewirken, die wiederum im Zusammenwirken mit guter Isolierung und trockener Raumluft Fogging verursachen könne. Gutes Lüften könne schon helfen. Gesundheitliche Gefährdungen gebe es beim Fogging-Effekt nicht. Vorbeugend gegen Fogging wirke vermutlich die Verwendung von möglichst naturbelassenen Produkten.


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