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Auf dem Schreibtisch stapeln sich Papiere und Akten, die noch durchgesehen werden müssen. Auch der Konferenztisch ist übersät mit Papieren. Viel Zeit hat Erich Ernst-Pawlik nicht mehr, um seinem Nachfolger ein aufgeräumtes Büro zu hinterlassen, aber der 65-Jährige ist zuversichtlich. "Ich kann gut sammeln. Aber wenn es darauf ankommt, kann ich auch gut wegwerfen", sagt er.
Bis wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit nahm er an Sitzungen in den Stadtteilen teil. Er habe stets gerne gearbeitet und seine Aufgabe mit großem Einsatz ausgefüllt. "Eine 40-Stunden-Woche hat mich nie interessiert", sagt er. Er habe immer so lange gearbeitet, bis alles erledigt war. "Der Mensch steht im Mittelpunkt", betont er.
Vor seiner Tätigkeit als Leiter des Sozialzentrums mit rund 110 Mitarbeitern war Erich Ernst-Pawlik Regionalabteilungsleiter und in anderen Positionen der Sozialarbeit und sozialen Förderung eingesetzt. Der 65-Jährige mit Wohnsitz in Peterswerder stammt aus der Lüneburger Heide und kam nach seinem Studium in Kiel 1979 nach Bremen. "Vorher hatte ich in einem selbstverwalteten Jugendzentrum in Neumünster gearbeitet. Als mir in Bremen eine Stelle angeboten wurde, habe ich gewechselt", erzählt er.
Zu Beginn war er als Bezirksjugendpfleger in Osterholz und Hemelingen tätig, wo er sich um die Jugendfreizeitheime kümmerte. Später kam die Vahr hinzu. Mit der Neuordnung der Sozialen Dienste 1987 wurde der Zuständigkeitsbereich nochmal neu geordnet. "Jugendarbeit war aber immer ein Schwerpunkt", so Ernst-Pawlik. Zunächst gab es in Bremen zwölf Sozialzentren. Nach einigen Jahren wurde die Zahl auf fünf reduziert.
Bei der Frage nach den gravierendsten Problemen, müsse man jeden Stadtteil gesondert betrachten. Insgesamt sieht er die Altersarmut ansteigend. In der Vahr sei insbesondere der nördliche Teil ein sozialer Brennpunkt. Mit dem Programm Wohnen in Nachbarschaft (WiN) habe man aber schon viel bewegen können. Als eines der wichtigsten Ereignisse seiner Amtszeit bezeichnet Ernst-Pawlik deshalb auch die Eröffnung des Familien- und Quartierszentrums. Trotz der schlechten Besucherzahlen im Jugendfreizeitheim Parkallee in Schwachhausen plädiert er ausdrücklich dafür, diese Einrichtung weiterhin ausreichend finanziell zu unterstützen.
Keine Zweifel hat der zukünftige Pensionär, dass er sich im Ruhestand nicht langweilen wird. Im Haus will er einiges renovieren, und im Frühjahr einige Wochen mit dem Fahrrad nach Tallinn fahren. Außerdem surft er gerne und liebt den Jazz. Zunächst aber es ihm wichtig "Abstand zum Job" zu gewinnen: "Erstmal rauskommen", sagt Erich Ernst-Pawlik.


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