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Vahr. Hein Mück und Jan Cux sind Kultfiguren der Städte Bremerhaven und Cuxhaven, ihre Namen werden als Werbeträger für den Tourismus genutzt, haben aber keinen bestimmten Hintergrund. Hein Mück ist so etwas wie ein Spitzname in Bremerhaven. "Einige der Bremerhavener werden Hein Mück genannt, aber es steht nichts weiter dahinter", erklärt Günter Benja aus der Vahr, der nun ein Buch mit Geschichten über die beiden Jungs von der Weser und der Küste herausgebracht hat.
Der Pensionär spielte schon seit einigen Jahren mit dem Gedanken, diesen beiden Figuren Leben einzuhauchen. "Ich dachte, es muss doch möglich sein mit Fantasie zwei nicht greifbaren Menschen eine Persönlichkeit und eine Identität zu geben, damit sie lebensnah sind und in die Literatur eingehen", sagt Günter Benja.
Zwei heitere Brüder
Hein und Jan Köppe sind in Benjas Buch Brüder und kommen erst im Laufe der Geschichte zu ihren Spitznamen Hein Mück und Jan Cux. Die Brüder sind im Landstrich Wursten im Elbe-Weser-Dreieck um 1880 geboren. Ihr Vater war ein Seefischer und sie lebten auf einem großen Bauernhof. Hein und Jan erlebten ihre Jugend während der Kaiserzeit.
Günter Benja erdachte zwei eifrige, etwas aufsässige, heitere und musikalische Figuren. "Ich wollte sie als charakterliche Mustermänner dieser Region vorstellen", erzählt Günter Benja. Der Autor hatte selbst einen Bruder und konnte sich so in verschiedene Situationen gut hineinversetzen, die er im Buch wiedergibt - vor allem bei den Episoden aus der Kindheit und den Jugendstreichen.
Die Leserinnen und Leser erleben die verschiedenen Etappen von Hein und Jan, von der Kindheit bis zum Beruf, der Ehe und den Kindern. Die geschichtlichen Hintergründe im Buch hat Günter Benja mit seinem eigenen Wissen und Fantasie verbunden. Er ist selbst oft mit seiner Frau an die Nordsee gefahren und kennt die Weser-Elbe-Gegend gut. Günter Benja ist gebürtiger Schlesier, er ist nach dem zweiten Weltkrieg nach Emden gegangen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn er war von Schleswig-Holstein mit seinem Seesack zu Fuß unterwegs. Nach Bremen, wo er seit 1946 lebt, ist er aus beruflichen Gründen gekommen. Er hat unter anderem in der Schifffahrt, der Industrie, dem Handel und im Verlagswesen gearbeitet. 1983 ist Benja mit 60 Jahren in den Vorruhestand gegangen, weil er sich Zeit für das Schreiben nehmen wollte. In den 29 Jahren seines Ruhestands hat er bislang elf Bücher geschrieben.
In seinen Büchern setzt sich der 89-Jährige mit der Schifffahrt auseinander, aber auch Bremensien hat er schon geschrieben. "Wahrscheinlich bin ich der Älteste in Bremen, der noch Bücher schreibt", vermutet Günter Benja. Seine Geschichten verfasste der Pensionär früher in seinem Arbeitszimmer an der Schreibmaschine. Seit sieben Jahren arbeitet der 89-Jährige mit einem Laptop. "Meine Frau Margarethe war immer dagegen. Sie meinte, ?Du bist doch schon so alt, dich nimmt doch keiner mehr ernst?", erzählt Günter Benja, der mittlerweile drei Bücher per Computer aufgeschrieben hat. Ein Nachbar hat ihm die wichtigsten Grundlagen in einem Einführungskursus beigebracht und der Sohn seiner Nachbarin Gabi Abramowski brennt ihm seine CDs.
Günter Benjas Frau ist 2007 gestorben und seine Tochter wohnt mit seinen Enkeln und Urenkeln in München. "Die möchten, dass ich zu ihnen nach München ziehe, aber ich kann mich nicht von hier trennen. Und solange ich hier noch drauf loslegen kann, möchte ich auch weiter hier verweilen", sagt der Autor, dessen Lebensstil auf den Norden eingerichtet ist.
Freude am Schreiben hat er nach wie vor: "Trotz meiner altersbedingten Hindernisse treibt mich mein Geist weiter an". Günter Benja zitiert ein Gedicht aus seinem Buch "Hein Mück und Jan Cux": "Des Schöpfers Willen nachempfinden, ihn wahrzunehmen, sinnbewusst, erstrebe an der Nordseeküste, wo jeder Mensch mal hingemusst". Dieses Gedicht habe er dem Wattenmeer "spendiert".
Günter Benja arbeitet bereits mit dem Kellner Verlag an einem weiteren Buch über die Historie von Wesermünde.
Das Buch "Hein Mück & Jan Cux" von Günter Benja ist im Buchhandel und beim Kellner Verlag erhältlich, es kostet 8,90 Euro.


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