| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Vahr. Mit einem regelmäßigen kostenlosen Mittagessen für die Kinder in der Vahr fing vor vier Jahren alles an: Marc Cantauw, Direktor des Balladins Superior Hotel Bremen an der August-Bebel-Allee, initiierte das Projekt "Mahlzeit". Eine Kleiderkammer, Spielzeug und Ausflüge kamen hinzu. Und das Projekt "Mahlzeit und mehr", das zum Ziel hat, möglichst vielen Jugendlichen aus der Vahr eine Ausbildung direkt nach der Schule zu ermöglichen. Am Mittwochabend stellten Cantauw und seine Mitstreiter in Cantauws Hotel rund 50 Unternehmern Ideen vor. Auch Sozialsenatorin Anja Stahmann war gekommen.
Ein Ziel des Projektes ist laut Andrea Frenzel-Heiduk aus dem Referat Bürgerengagement im Ressort Soziales, Kinder, Jugend und Frauen, die vorhandenen Einrichtungen miteinander bekannt zu machen und zu vernetzen. Schulen, Jugendeinrichtungen, Agentur für Arbeit und Jobcenter, Quartiersmanagement, Unternehmen und andere Akteure im Stadtteil sollen noch enger zusammenarbeiten - zum Wohl der Jugendlichen.
Hunderte von Ausbildungsplätzen seien noch unbesetzt, berufliche Orientierung in den Schulen beginne häufig zu spät, die Ansprüche der Unternehmen an die Jugendlichen stiegen und Berufsbilder änderten sich, sagte Frenzel-Heiduk. Das Projekt soll helfen, möglichst viele Schülerinnen und Schüler direkt nach dem Schulabschluss in eine Berufsausbildung zu vermitteln und so die Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen und der Armut vorzubeugen. Dabei sollen alle sozialen Kräfte im Stadtteil eingebunden werden.
Paten für Schüler ab 8. Klasse
Paten sollen die Jugendlichen bereits ab der 8. Klasse begleiten, ihnen bei der Suche von Praktikumsplätzen, der Berufswahl und dem Schreiben von Bewerbungen helfen und sie auf Vorstellungsgespräche vorbereiten. Außerdem soll eine Broschüre erstellt werden, in der die Unternehmen, die in der Vahr ansässig oder tätig sind, ihr Anforderungsprofil für Ausbildungs- und Praktikumsplätze darstellen. "Unternehmer müssen sagen, welche Fähigkeiten ausgebildet werden müssen", sagte Frenzel-Heiduk. Auch Tipps zur Vorbereitung der Bewerbung und für die Bewerbung selbst soll es darin geben. Zwei Ausbildungs- und Praktikabörsen in der Berliner Freiheit gab es bereits, weitere sollen folgen. Und Unternehmer sollen in den Schulen ihre Berufe vorstellen. Messaoud Oubah (16) vom Schulzentrum Julius-Brecht-Allee hat das Engagement eines Paten schon geholfen. Er will Maler und Lackierer werden, erzählte er am Mittwoch. Seit ein paar Wochen trifft er sich regelmäßig mit Rolf Möhlenbrock,
der nach einer Zeit bei der senatorischen Behörde für Bildung und Wissenschaft unter dem Motto "Du schaffst es" jetzt eine Praxis für Bildungs- und Berufsberatung und psychologische Diagnostik betreibt. Schülerinnen und Schüler aus der Vahr berät er kostenlos. Er habe viele gute Feedbacks auf seine Bewerbungen erhalten und habe schon drei Bewerbungsgespräche gehabt, sagte Messaoud Oubah. Alle seien positiv gelaufen.
Seit 2010 gehört das Projekt "Mahlzeit und mehr" genau wie Mahlzeit der Bürgerstiftung Bremen an. Das Sozialressort und die Gewoba unterstützen es finanziell. Außerdem gibt es Fördergelder aus unterschiedlichen Töpfen. Für Mittel für die Projektsteuerung durch einen professionellen Träger und die Qualifizierung und Betreuung der Ehrenamtlichen werden laut Frenzel-Heiduk noch Sponsoren gesucht.
"Es soll ein weiteres Netz gesponnen werden in der Vahr, da bin ich als Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen gerne dabei", sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. "Ich finde, Herr Cantauw ist einer toller Typ. Es ist eine Menge auf die Beine gestellt worden." Bei ihren eigenen Töchtern, 16 und 14 Jahre alt, habe sie erlebt, wie schwer es sein könne, Praktikumsplätze zu bekommen. "Da braucht es Unternehmen, die sagen: Herzlich willkommen bei uns. Hilfestellungen sind viel wert", sagte Stahmann.
Auch das Unternehmen Gewoba sei sich ihrer Verantwortung bewusst, sagte Gewoba-Vorstand Manfred Sydow in seiner Ansprache. "Wir wollen mit diesem Netzwerk gegen die Spaltung der Stadt arbeiten", betonte er.
Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.mehr.mahlzeit-bremen.de.


Regenwahrscheinlichkeit:



