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Walle. "Weißt du noch...?" Als sich eine ehemalige Klassengemeinschaft fünf Jahre nach dem Abitur wiedertrifft, leben die alten Zeiten schnell wieder auf. Alles ist fast so schön wie damals - aber nur fast. Denn in einem fröhlichen Moment tritt urplötzlich absolute Stille ein: Das Tabuthema in der Gruppe ist versehentlich angeschnitten worden. Die ausgelassene Stimmung kippt. Zunächst sind alle noch bemüht, unbeschwert weiterzufeiern. Doch das will nicht mehr recht gelingen.
Seit Mitte Mai feilen die zwanzig Schülerinnen und Schüler des Grundkurses "Darstellendes Spiel" im derzeitigen Abiturjahrgang des Schulzentrums Walle mit Regisseurin Sausan Osman an dem Stück. "Vergiss.mein.nicht - der Schatten des Clowns" lautet der bisherige Arbeitstitel. "Jeder Mensch ist ein Mond... Er hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt", steht auf den Werbe-Flyern für die diesjährige Inszenierung am Schulzentrum Walle. Luzies tragische Geschichte
Im Mittelpunkt des Stücks steht Luzie, der frühere Klassenclown. "Sie hat eigentlich viele Probleme, überdeckt das aber durch Witze und Späße", konkretisiert Kursteilnehmerin Sam. Pia ergänzt: "Luzie hat zwar Freunde zum Zeit verbringen, aber keine guten, sondern nur schnelllebige Freunde." Bei dem Klassentreffen in dem Stück ist Luzie nicht dabei.
In Rückblenden erzählen die Schüler wieso nicht. So kommen die Zuschauer dem für die einstigen Klassenkameraden unangenehmen Thema und Luzies tragischer Geschichte Schritt für Schritt auf die Spur. Sie erkennen immer mehr, inwieweit die einzelnen Charaktere involviert sind.
Wechselnde Darstellerinnen verkörpern Luzie. "Alle spielen Luzie, deshalb können wir uns auch alle in sie hineinversetzen", sagt Janina. "Wir können uns aber auch ein Stück weit mit den Reaktionen der anderen identifizieren", fügt Mailin hinzu. Das Stück sei eine Mischung aus Komödie und Tragödie, urteilen die Schüler.
Sie hatten im ersten Schritt für die Eigenproduktion unterschiedliche Ideen gesammelt und diskutiert. Und sich alsbald geeinigt, dass es grob um das Thema Klassentreffen gehen sollte. Anschließend interviewten die Schüler Personen, die schon einmal selbst an einem Klassentreffen teilgenommen haben. Danach haben sie in harter Arbeit gemeinsam die Handlung des Stücks entwickelt. Auch die Gestaltung von Bühnenbild, Kostümen, Musik, Plakaten und Öffentlichkeitsarbeit lag in großem Maße in Hand der engagierten Schülerinnen und Schüler.
Mindestens drei Stunden pro Woche und an mehreren kompletten Probenwochenenden hat die Gruppe intensiv an ihrem Stück gearbeitet, sogar bei "Superwetter". Am zermürbendsten seien die schier endlos erscheinenden Proben zu einer bestimmten Tanzszene gewesen, erinnert sich die Gruppe: "Am Ende konnten wir den Song ?Rehab' von Amy Winehouse schon nicht mehr hören."
Dennoch überwiegen für die Schüler die positiven Erfahrungen. "Das Beste war, allmählich unsere Fortschritte zu sehen", sagt Leila. "Erst haben wir nur Aufgaben zu Improvisationen bekommen. Es ist toll, zu sehen, was daraus in den letzten Monaten entstanden ist." Amine ergänzt: "Die Arbeit am Stück hat uns zusammengeschweißt. Vorher kannten wir uns zum Teil ja gar nicht gut. Aber jetzt sind wir die DSP-Familie und teilen ein Leid miteinander. Ich werde das die nächsten zehn Jahre bestimmt nicht vergessen."
Die Premiere von "Vergiss. mein. nicht" ist am Donnerstag, 19. Januar, um 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums Waller Ring, Lange Reihe 81. Weitere Aufführungen: Freitag, 20., und Sonnabend, 21. Januar, jeweils 19 Uhr. Eintritt für Schüler drei, für Erwachsene sechs Euro. Kartenbestellungen unter Handy 0177/3770839 oder per Mail: DerSchattenDesClowns@web.de.


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