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Walle. "Politisches Kabarett muss immer auf die Entscheider zielen - alles andere sind Nebenschauplätze. Und es muss auch weh tun. Glaubhaftes politisches Kabarett kann man nur machen, wenn man selber auch politisch engagiert ist und einen Standpunkt hat", sagt Westend-Geschäftsführer und Kabarettist Stylianos Eleftherakis. An dem Vorhaben, gutes politisches Kabarett auf die Bühne zu bringen, feilen die Westend-Kabarett-Amateure schon seit September 2004. "Die Pillenmacher", "Akte-F", "Wir backen uns ein Gnadenbrot", "Baustelle Deutschland" und "Zuurrrückbleiben bitte!" hießen ihre Eigenproduktionen, bei denen sie immer stärkeren Wert darauf legten, sich noch pointierter in Richtung politisches Kabarett weiterzuentwickeln und jeweils auch tagesaktuelle Inhalte einzubauen.
Anregender Rundumschlag
Und tatsächlich: Mit "Kurz vor Schluss" ist den Akteuren Martin Gresselmeyer, Achim Kranefeld, Uwe Pekau, Angela Müller-Lenz, Rainer Pitz, Eva Reischuck und Stylianos Eleftherakis ein kluger, unterhaltsamer und anregender Satire-Rundumschlag gelungen.
Da werden Kanzlerin Angela Merkel und Nicolas Sarkozy zu tragisch-komischen Figuren in einem Sophokles-Drama, Senioren pflegen einander aus Kostengründen gegenseitig, es wird loriotmäßig über den neuesten Clou des Bildungssystems - die "hundgestützte Pädagogik" - gefachsimpelt, und die Bundeswehr will - ganz am Puls des Medienzeitalters - mit einer Casting-Show neuen Nachwuchs rekrutieren. Topaktuell ging das Ensemble bei der Premiere sogar auf die erst kurz zuvor bekannt gewordene Meldung ein, dass die US-Ratingagentur S&P Frankreichs Bonität herabgestuft hat.
Sieben Gesangsnummern mit eigenen Texten hat die Gruppe außerdem dieses Jahr gemeinsam mit einem Profi einstudiert und ins Programm eingebaut, denn im vergangenen Jahr, so Eleftherakis, sei insbesondere auch die Musik beim Publikum gut angekommen. Das wusste in diesem Jahr die kurzweilige, wortwitzige und professionell präsentierte Show zu goutieren: Mit viel Applaus bedankten sich die Besucher beim Ensemble für die rund zweistündige Darbietung.
Weitere Aufführungen von "Kurz vor Schluss" sind am morgigen Freitag, 20., Sonnabend, 21., und Sonntag, 22. Januar, jeweils um 20 Uhr in der Kulturwerkstatt Westend, Waller Heerstraße 294. Der Eintritt kostet zehn, ermäßigt acht Euro.
Nähere Informationen gibt es unter Telefon 6160455 oder auf der Website www.westend-bremen.de.


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