Skatepark in der Überseestadt: Stadtteilbeirat Walle fordert zügige Finanzierung und Realisierung

 - 30.01.2012

Ortspolitiker sehen Bremen in der Pflicht

Von Anne Gerling
Wo lassen sich die noch fehlenden Gelder für den neuen Skatepark in der Überseestadt auftreiben? Darüber wird zur Zeit an etlichen Stellen nachgedacht. Die unterschiedlichen Akteure haben sich jetzt in einer Beiratssitzung in Walle ausgetauscht. Und der Beirat fordert, dass der Park nach vier Jahren der Planung nun endlich gebaut wird.

Walle. "Wir müssen sehen, dass wir hier in einem überschaubaren Zeitrahmen mal auf den Punkt kommen": Das machte Beiratssprecher Gerd-Rüdiger Kück (SPD) am Donnerstag während der Sitzung des Waller Stadtteilbeirats klar. Sage und schreibe vier Jahre ist es nämlich schon her, dass eine Skateanlage erstmals Thema in der Waller Ortspolitik war. Und seit mehr als zwei Jahren läuft ein Beteiligungsverfahren mit etlichen Jugendlichen. Mittlerweile ist die Anlage in den Planungen immer größer geworden - realisiert werden konnte sie allerdings bis heute nicht.

Das Wirtschaftsressort hat zugesagt, die Herrichtung des Parkgeländes zu finanzieren, in die das Sport- und Freizeitareal eingebettet wird. Geschätzte 900000 Euro soll zusätzlich der Skatepark im Überseepark kosten - 250000 Euro konnten inzwischen über die Stiftung Wohnliche Stadt eingeworben werden und 140000 Euro sollen über sogenannte Ablösemittel in die Kasse kommen; das sind Abgaben für Spielplätze oder auch Parkflächen, zu denen die Bauherren im Quartier verpflichtet sind.

Vorschlag für große Spielmöglichkeit

"Der Spielplatz war Bedingung für die Baugenehmigung und wurde als Bürgschaft hinterlegt. Wir haben den Vorschlag mit unterbreitet, eine große Spielmöglichkeit zu schaffen und würden das Thema gerne mal zum Abschluss bringen", betont auch Burkhard Bojazian von der Justus Grosse Projektentwicklung GmbH, die das Areal entwickelt. Hinter dem Restbetrag - immerhin rund 510000 Euro - steht derzeit aber noch ein großes Fragezeichen.

Vor zwei Problemen sieht sich die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) außerdem aktuell, wie der dort für die Entwicklung der Überseestadt verantwortliche Abteilungsleiter Peter Czellnik erläuterte: Erstens sei unklar, wer die Sportanlagen zukünftig unterhalten solle und zweitens müssten die Sportstätten wohl weiter gen Norden verlegt werden, da es im westlich angrenzenden Mischgebiet zu viel Lärm gebe. "Eine Betreuung im Bereich Sport wäre wichtig", machte Wolfgang Bulling deutlich, der sich beim Amt für Soziale Dienste um die Spielplätze kümmert. "Die Jugendlichen sollten auf der Anlage Menschen haben, die sie ansprechen können." Außerdem müsse solch ein Areal gut unterhalten und dort zum Beispiel täglich oder mindestens alle zwei Tage nachgeschaut werden, ob etwas zu reparieren sei. Er schlug zur Finanzierung ein Modell wie beim Sportpark Horn-Lehe am Jugendhaus Curiestraße vor, für dessen Unterhalt sich mehrere Träger zusammengeschlossen haben.

Woher soll das Geld kommen? Darüber wird an unterschiedlichen Stellen intensiv nachgedacht. Anja Blumenberg, Stadtteilleitung Junge Menschen Walle beim Amt für Soziale Dienste, schlägt vor, auch andere Ressorts in die Pflicht zu nehmen. Für die pädagogische Betreuung reiche es in ihrem Haus, aber: "Wir kommen bei Bau und Unterhalt aus der Jugendförderung nicht mehr weiter", machte sie deutlich.

"Wir finden es wichtig, dass der Beteiligungsprozess läuft", unterstrich Projektleiter Ulli Barde vom Verein Sportgarten, der mit einer Gruppe engagierter Jugendlicher zur Beiratssitzung ins Ortsamt gekommen war. Und die schilderten, was sie sich inzwischen ihrerseits ausgedacht haben, um Geld aufzutreiben - etwa ein Fußballturnier, bei dem nur Mannschaften mitmachen dürfen, die als Startgebühr mindestens einen Quadratmeter Kunstrasen mitbringen, der dann auch in die Punktwertung mit einfließt. Am 14. Februar wollen die Jugendlichen außerdem auf Einladung von Jugendsenatorin Anja Stahmann (Grüne) in der Bürgerschaft für die Anlage werben.

Da die bisherigen Mittel nicht ausreichen, müssen nun auch andere Töpfe gefunden werden: Das forderte am Ende der Sitzung der Beirat in einem einstimmig verabschiedeten Beschluss. Die Ortspolitiker betonen darin, dass es sich bei dem geplanten Skaterpark um eine gesamtstädtische Einrichtung handelt, die überörtliche Bedeutung haben wird. Dementsprechend müsse auch die Finanzierung gesamtstädtisch angegangen werden.





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