| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Manuel Schreiber ist einer der Besucher des Ausbildungstages. Christopher Schulz, Auszubildender zum Industriemechaniker im dritten Lehrjahr, führt ihn und einen Freund durch die Werkstätten. Manuel hört aufmerksam zu. "Im Grunde kannst du dir merken, dass du viel Wartung und Instandsetzung machst und auch Kleinteilefertigung. Zum Beispiel die Roboter in der Automobilindustrie, die die Autos bauen. Die müssen ja auch mal gewartet werden", sagt Christopher aus Schwachhausen.
Feilen, Sägen, Schweißen, Fräsen - das alles gehört zum Beruf des Industriemechanikers. Christopher erläutert die einzelnen Verfahren. Manuel will sich sicher sein bei seiner Berufswahl. Er hat sich vorab informiert und war schon auf vielen Jobmessen. Vom Konzept des Ausbildungstages ist er überzeugt: "Es ist ganz anders als auf so einer Messe. Man kriegt hier alles gezeigt. Christopher sagt, dass man hier fräsen kann, und dann zeigt er mir die Maschine, mit der das geht."
Trotz der interessanten Führung ist sich Manuel am Ende des Tages sicher - Industriemechaniker will er nicht werden. "Nur das Handwerkliche allein reizt mich nicht so, ich möchte lieber etwas Kaufmännisches machen", sagt der 18-Jährige. Vertane Zeit ist sein Besuch bei der swb dennoch nicht. Denn Manuel kann sich ein genaues Bild vom Berufsalltag machen und so vermeiden, sich für eine Stelle zu entscheiden, die ihm gar nicht liegt. Das Ausschlussverfahren sei bei der Berufsentscheidung sehr hilfreich, findet Manuel, der nun nach seinem Traumjob weitersuchen will.
Der 16-jährige Marc Feige aus Osterholz-Scharmbeck ist sich hingegen sicher - er hat seine Bewerbung zum Industriemechaniker schon abgegeben. Nun will er sich schon mal einen Eindruck verschaffen von seinem möglichen Arbeitsplatz. Papa Frank ist zur Unterstützung dabei. Er lobt den Ausbildungstag: "Das hätte ich mir damals auch gewünscht. Das ist eine feine Sache und so können die mal reingucken, wie das hier so ist."
Rund 40 Ausbildungsplätze hat die swb für das kommende Jahr zu vergeben. Dreieinhalb Jahre dauert die Lehre. Voraussetzung für alle drei Ausbildungsberufe sind mindestens ein Hauptschulabschluss sowie gute Noten, insbesondere in den Fächern Mathematik und Physik, aber auch Deutsch und Englisch sind wichtig. Schließlich sollen die Betriebsanleitungen, von denen viele ausschließlich auf Englisch sind, auch verstanden werden. Die sogenannten E-Berufe-Elektroniker für Betriebstechnik und Mechatroniker seien eher theorieorientierter, während die Metallberufe wie Industriemechaniker praktischer ausgerichtet seien, sagt Rüdiger Hein, verantwortlich für die technische Ausbildung bei der swb.
Viele Bewerber springen ab
Nachdem die erste Hürde, der entsprechende Schulabschluss mit den dazugehörigen Noten, geschafft ist, werden die Interessenten zum Einstellungstest eingeladen, in dem logisches Denken und Mathe abgefragt werden und auch ein Deutschaufsatz verlangt wird. Ist der Test erfolgreich bestanden, kommt das Vorstellungsgespräch. Erst wenn auch dort die Bewerber überzeugen, werden sie eingestellt. Umso ungünstiger ist es für die swb, wenn nach dem Prozedere viele Bewerber wieder abspringen. Hein sagt: "Viele, die den Ausbildungsvertrag kriegen, sagen aber dann doch ab. Das ärgert uns dann natürlich enorm, weil wir dann mehrere Durchläufe fahren müssen." Deshalb wird auf dem Ausbildungstag so gut wie möglich informiert.
Markus Schlüter aus Ritterhude, Auszubildender zum Elektroniker für Betriebstechnik, ist einer der Azubis, die Rede und Antwort stehen. Der Beruf macht ihm Spaß. "Wir machen viele unterschiedliche Sachen. Zum Beispiel technische Netzanalyse. Da müssen wir Kabelfehler einordnen können." Aber auch das Säubern der Isolatoren auf der Hochspannungsleitung gehört zu seinen Aufgaben.


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