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Schon immer war das Leben in einer kleinen geschlossenen Siedlung, die von drei Seiten von Gewerbe umgeben ist, etwas Besonderes. Mit den neuen Straßen- und Verkehrsführungen seit dem Bau der Autobahn 281 sehen sich die Bewohner aber endgültig auf eine Insel verfrachtet.
Im Ausschuss "Wirtschaft, Häfen, Bau, Verkehr und Umwelt" des Beirats haben Anwohner deshalb am Montag ihrem täglichen Arger über Abbiegeverbote, durchgezogene Linien und andere Ärgernisse auf dem Weg in die Stadtmitte und zurück Luft gemacht. Sie würden auf komplizierte Schleichwege durch Woltmershausen und die Neustadt gezwungen, beklagten sie.
Auf dem "Straßenwirrwarr" unterhalb der B 75, der Emil Gerke (SPD) an eine Grafik Picassos und Ortsamtsleiter Fischer an "verknotete Spaghetti" erinnert, sei schon ein Schulkind angefahren worden. "Alles, was Sie sagen, liegt uns so was von am Herzen", stellte Gerke fest. Sein SPD-Kollege Holger Meier räumte ein, dass ein Teil der Verkehrsführungen, die auswärtige Autofahrer verwirren und teils zu bewusster Missachtung der Regelungen animieren, auf die Kappe der Beiräte Woltmershausen und Neustadt genommen werden müssen: "Wir wollten unbedingt Schleichverkehre durch die Stadtteile vermeiden."
Auf den Hinweis der Anwohner, der Lastwagenverkehr auf den untergeordneten Straßen habe nach dem Bau der Autobahn vorübergehend abgenommen, wachse jetzt aber wieder, kündigte Ortsamtsleiter Fischer an, er werde das Thema in den Arbeitskreis Autobahn 281 mitnehmen. Dieser bilde sich in Kürze neu. Daran nähmen die Beiräte Obervieland, Neustadt und Woltmershausen teil. "Es geht vor allem um den Weiterbau der Autobahn auf Neustädter Gebiet. Aber niemand kann uns daran hindern, über den Tellerrand zu schauen", erklärte Fischer dazu.
Die Insellage des Wohngebietes Warturmer Platz drückt den Anwohnern auch Parkplatzprobleme auf. Die Autofahrer können bei der Parkplatzsuche nach Feierabend nicht auf angrenzende Gebiete ausweichen. Kurzzeitig abgestellte Autos der zahllosen Autohändler links und rechts des Wohngebiets würden die Pobleme verschärfen, hieß es. Die Polizei könne selten helfen, weil die fremden Wagen nach Anzeigen schnell entfernt und durch andere ersetzt werden. Nicht selten bekämen Autos, die ohne Kennzeichen abgestellt worden seien, flugs ein rotes Kennzeichen angeschraubt, berichteten die Anwohner.
Das geforderte "Anwohnerparken" sei aber ein "zweischneidiges Schwert", betonten der Ortsamtsleiter und Christoffer Mendik, Beiratsmitglied der Grünen. "Sie haben im öffentlichen Straßenraum keinen Anspruch auf einen persönlichen Parkplatz", stellte Mendik klar. Das Problem sei zum großen Teil hausgemacht, weil viele Haushalte heute zwei oder drei Autos angemeldet haben. "Ein geschlossenes Quartier, keine Ausweichmöglichkeiten nach außen, das Sonderproblem Autohändler ringsum: Sie haben ein Problem, das mit den verfügbaren Mitteln nicht gelöst werden kann", konstatierte der Grüne.
Ortsamtsleiter Fischer will Verkehrsplaner Polzin auch damit konfrontieren.



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