Für Leonid Bukanov ist Boxen der beste Sport. Denn Boxen hilft, wenn man wütend ist. Der Cheftrainer des Projekts „Huchtinger Boxring“ hat häufig mit Jugendlichen zu tun, die wütend sind. Die meisten, die in seinen Boxclub an der Schule Hermannsburg in Huchting kommen, haben es nicht leicht: Stress in der Schule, fehlende Zukunftsperspektiven und eine Schulwelt, in der häufig andere Regeln gelten als zu Hause. Ihnen hilft das Boxen, sagt Bukanov. Denn beim Boxen lernen sie, mit ihrer Wut umzugehen.
Der Boxclub an der Schule ist sehr beliebt. Mittlerweile machen mehr als 50 Leute mit. Nun soll der Boxclub von der Schule in ein eigenes Ladenlokal umziehen und sich gleichzeitig vergrößern. Die Gewoba stellte auf Anfrage des Landessportbunds ein Ladenlokal an der Robbenplate 25 zur Verfügung, das sowieso leer stand. Das war der Startschuss für das Projekt „Huchtinger Boxring“. Mit im Boot sind außerdem der TuS Huchting und der Kinder- und Jugendhilfeträger Alten Eichen, der das Projekt sozialpädagogisch betreut. Kürzlich wurden die Verträge unterzeichnet.
Die Baudeputation stellt mehr als 250.000 Euro zur Verfügung, damit aus dem Ladenlokal ein ansprechender Boxclub werden kann. Der soll täglich von neun bis 22 Uhr geöffnet sein. Vier Trainer, darunter eine Frau, werden für die Sportler im Alter von neun bis 70 Jahre ein breites Angebot parat haben. Neben dem Boxtraining wird es auch Selbstverteidigungskurse, Kraft- und Bewegungstraining geben.
„Boxen hat viel mit Disziplin zu tun“, sagt Bukanov. Wer ein erfolgreicher Boxer sein will, muss sich unter Kontrolle haben. Das bringt Bukanov seinen Schülern im Ring bei. Jugendliche mit russischem, türkischem, polnischem und iranischem Hintergrund trainieren gemeinsam. „Sie sind eine Mannschaft, ihre Herkunft interessiert hier nicht“, sagt Bukanov.
Ihre neuen Räume wollen die Jugendlichen in den kommenden Wochen selbst gestalten. „Alle wollen mitmachen. Sie wollen zeigen, dass es wirklich ihr Boxclub ist“, sagt Bukanov. So soll es neben einem großen Boxring mehrere Sandsäcke zum Üben und eine kleine Tribüne zum Zugucken geben. Im Untergeschoss sollen dann die Geräte fürs Krafttraining stehen, außerdem gibt es einen eigenen Raum für die Selbstverteidigungskurse. Wenn alles nach Plan läuft, soll Anfang Mai Einweihung gefeiert werden.
Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier





Regenwahrscheinlichkeit:

