Tod und sterben – das Ende des Lebens wird meist verdrängt aus dem Alltag. Erstmals gibt es in Bremen eine Messe zum Thema „Leben und Tod“ – zum ersten Mal überhaupt in ganz Deutschland, wie es bei der Messe Bremen heißt. Über 60 Aussteller und mehr als 40 Veranstaltungen spannen inhaltlich den Bogen von der Sterbebegleitung bis zum Designersarg, von der Seebestattung bis zur Mumifizierung.
Wie weit soll medizinische Behandlung gehen, wenn das eigene Leben nach einem Unfall oder Schlaganfall am seidenen Faden hängt? Wie lässt sich ehrenamtliche Betreuung für Sterbende und ihre Familien sicherstellen?
Bremen habe eine Messe zur Intensiv-Medizin und einen großen Pflegekongress etabliert, sagt Messe-Bremen-Geschäftsführer Hans Peter Schneider. Er erwarte auch für „Leben und Tod“ großes Interesse. Angesprochen sei nicht nur die Fachwelt, sondern auch die Öffentlichkeit.
Fast jeder will zu Hause sterben, den wenigsten ist das vergönnt, weiß Ulrich Domdey, Hospiz-Beauftragter im Bistum Hildesheim. Schon allein, „weil die innerfamiliären Kontakte abnehmen, die Kinder leben nicht mehr in der Nachbarschaft“. So nehme die Bedeutung der ambulanten Hospize zu. Allein in Bremen sind inzwischen neun dieser Dienste im Einsatz, davon zwei speziell für Kinder, erläutert Monika Mörsch, stellvertretende Vorsitzende des Hospiz- und Palliativ-Verbandes Bremen.
„Wir pflegen nicht, wie kümmern uns um die psychosoziale Begleitung von Sterbenden und ihren Familien.“ Wer sich für diese Arbeit interessiert, sie in Anspruch nehmen oder als Ehrenamtlicher unterstützen möchte, findet auf der Messe Ansprechpartner. Vor Ort sind auch Bestatter mit einer immer breiter werdenden Angebotspalette, sagt Meike Wengler, Projektleiterin der Messe „Leben und Tod“. Zudem würden andere Formen des Gedenkens vorgestellt – etwa Goldschmuck nach den Fingerabdrücken der Verstorbenen oder die künstlerische Weiter-Verwendung von ausgedienten Grabsteinen. Informationen gebe es auch über das Mumifizieren eines Leichnams und zu muslimischen Bestattungsritualen.


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