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„Die Qualität hat den Ausschlag gegeben.“ Mit diesem Satz fasste Juror Dieter Golombek zusammen, warum die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gestern unsere Zeitung mit dem Deutschen Lokaljournalistenpreis ausgezeichnet hat. Der Preis ist einer der fünf wichtigsten Deutschen Journalistenpreise und im deutschsprachigen Raum die bedeutendste Auszeichnung für Regionalzeitungen.
Offiziell verliehen wird die Auszeichnung Ende August in Bremen. Insgesamt 560 Redaktionen haben sich im vorigen Jahr um den begehrten Lokaljournalistenpreis beworben, der bereits seit 1980 verliehen wird. Die Großen der bundesdeutschen Tageszeitungs-Landschaft sind darunter wie auch die kleinen Lokalzeitungen. „Das beste Konzept für einen modernen Lokaljournalismus hat allerdings der WESER-KURIER eingereicht“, begründete Jury-Leiter Golombek die Entscheidung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Mit dem Konzept „Überraschend nah“ hätten WESER-KURIER, BREMER NACHRICHTEN und VERDENER NACHRICHTEN neue Wege in die Lebenswirklichkeit ihrer Leser gefunden, und darüber hinaus böten sie sogar noch praktische Lebenshilfe.Als besonders gelungen wurden von der Jury die redaktionellen Konzepte „Reporter gehen zur Schule“, „Die Arbeit der anderen“, „Erste Hilfe in alltäglichen Notfällen“ sowie die „Bremer Begegnungen“ hervorgehoben.
Harte Konkurrenz
Der Jury sei die Entscheidung keineswegs leicht gefallen, betonte Golombek gestern, denn die Konkurrenz war hart. So sei auch die „Berliner Morgenpost“ in der engeren Auswahl gewesen – eine Zeitung, die seit Jahren vorzügliche Serien liefere. Die Berliner Morgenpost hat in diesem Jahr ihr Konzept unter besonderer Berücksichtigung der Serie „20 Jahre Mauerfall: „Wir sind ein Volk – wir sind Berlin“ eingereicht. Dafür erhielt die Redaktion den zweiten Preis. Einen Sonderpreis erhält der Zeitungsverlag Waiblingen für den „Umgang mit einer Katastrophe im Rahmen der Berichterstattung zum Amoklauf von Winnenden“. Die Zeitung habe mit aller Sensibilität über dieses schwierige Thema berichtet, „ohne sich zu verstecken“, erklärte Golombek.
Dass die Jury sich am Ende doch klar für unsere Zeitung entschieden habe, hätte letztlich an der „Mischung aus guten Ideen und einer qualitativ sehr hochwertigen und leserfreundlichen Umsetzung“ gelegen, sagte Jury-Leiter Dieter Golombek. „Man merkt ganz deutlich den kreativen Schub, der durch die Lokalredaktion in Bremen gegangen ist.“ Der WESER-KURIER habe zum Beispiel bei den „Bremer Begegnungen“ Menschen zusammengebracht, die erst einmal nichts miteinander zu tun, die sich aber trotzdem etwas zu sagen haben. Und das ist im Idealfall sogar noch Tage danach Stadtgespräch, wie die Begegnung mit der Landesfrauenbeauftragten Ulrike Hauffe und dem Vorsteher von Haus Seefahrt, Michael Schroiff, zeigte. Schroiff und Hauffe thematisierten eine Öffnung der Schaffermahlzeit auch für Frauen, was am Tag der Veröffentlichung Jubelrufe auf der einen und Bestürzung auf der anderen Seite hervorrief.
Beides spiegelte sich in Folgeartikeln wieder. Und genau darum gehe es beim modernen Lokaljournalismus. Mit dem Konzept „Überraschend nah“ seien Artikel entstanden, die sich der normalen Redaktionsroutine und vor allem auch dem Terminjournalismus entzögen, „denn diese Texte handeln nicht davon, was andere gerne in die Zeitung bekommen möchten. Es sind keine Artikel, wie sie so oder ähnlich schon vor 30 Jahren geschrieben worden sind“, urteilt Golombek. Und deswegen sei die Entscheidung des Gremiums am Ende klar gewesen.
Zu den ersten Gratulanten nach Bekanntwerden der hohen Auszeichnung zählte gestern Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD): „Die Auszeichnung zeigt, dass der WESER-KURIER in der Flut der medialen Neuigkeiten eigene Akzente setzt, die den Lesern gut aufbereitete Informationen und Orientierung bietet.“ Weitere Preisträger sind die „Augsburger Allgemeine“ in der Kategorie Lebenshilfe, der „General-Anzeiger Bonn“ (Investigativer Journalismus), der „Reutlinger General-Anzeiger“, die „Neue Presse Hannover“ (Serie), „Berliner Kurier“, „Berliner Zeitung“, „Fränkischer Tag“ und „Süderländer Tageblatt“ (Zeitgeschichte) sowie die „Braunschweiger Zeitung“ (Demokratie). Alle Auszeichnungen werden am 30. August in Bremen verliehen. Im vorigen Jahr war der Laudator kein geringerer als Bundespräsident Horst Köhler.



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