Gemeinnützige Jobs für Langzeitsarbeitslose

 - 14.07.2010

Bürgerarbeit: Bremen schafft 200 Stellen

Von Birgit Bruns
Bremen. Die von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ins Leben gerufene Bürgerarbeit stößt auch in Bremen auf breite Zustimmung. Ab kommendem Frühling werden etwa 200 Langzeitarbeitslose gemeinnützige Arbeit in der Hansestadt verrichten.
Laubkehrer
Gemeinnützige «Bürgerarbeit», z.B. Parks und Straßen säubern, soll Arbeitslosen wieder zu einem Job verhelfen.

Wer sich in der Bürgerarbeit engagiert, wird beispielsweise in Vereinen, im Naturschutz oder in einem Seniorenheim für kleinere Arbeiten eingesetzt. Ziel der Initiative ist es, die Chancen der Langzeitarbeitslosen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verbessern.

Wie die Bremer Senatspressestelle am Mittwoch mitteilte, besteht das Projekt aus zwei Phasen. Zunächst werden die Teilnehmer ein halbes Jahr lang für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht. Es werde intensiv daran gearbeitet, die Langzeitarbeitslosen zu vermitteln. Helfen soll dabei vor allem ein persönlicher Coach.

Sollte der Teilnehmer nach sechs Monaten noch nicht in den ersten Arbeitsmarkt integriert worden sein, folgt Phase zwei: Die eigentlich Bürgerarbeit. Sie ist sozialversicherungspflichtig und umfasst in der Regel eine Wochenarbeitszeit von 30 Stunden. Dafür gibt es mindestens 900 Euro brutto. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Bundesetat und dem Europäischen Sozialfonds.

In Bremen stößt die Bürgerarbeit auf breite Zustimmung. „Bürgerarbeit ist ein viel versprechender neuer arbeitsmarktpolitischer Ansatz. Es ist gut, dass wir in Bremen dieses Modell einführen", sagte Staatsrat Joachim Schuster von der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales am Mittwoch.

Auch der Leiter der Bremer Arbeitsgemeinschaft für Integration und Soziales (Bagis), Thomas A. Schneider, und der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bremen, Götz von Einem, sind voll des Lobes. “Das Konzept der Bürgerarbeit in Bremen wurde in einem regionalen Konsens entwickelt und wird von den am Arbeitsmarkt relevanten Partnern aktiv mitgetragen", sagte von Einem.

Besonders wichtig findet er, dass darauf geachtet wird, dass die Bürgerarbeit nicht den Markt verzerrt. "Ganz klar ist aber auch, dass Bürgerarbeit nur ein zeitlich begrenzter Beitrag zur Lösung von Arbeitsmarktproblemen sein kann", sagte von Einem weiter. Das eigentliche Ziel müsse weiter sein, innerhalb der Marktwirtschaft ausreichend Arbeitsplätze anzubieten.





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