„Der Badestrand am Café Sand ist die einzige offizielle Badestelle an der Weser“, sagt Hans-Peter Weigel, Referent für Gewässerqualität und Abwasser im Umweltressort. „Offiziell“ bedeutet, dass Toiletten vorhanden sein müssen und die Qualität des Weserwassers regelmäßig in einem Labor überprüft wird. „Eigentlich gehört noch eine Überwachung durch die DLRG dazu, aber die ist am Café Sand nicht vertreten“, so Weigel.
Doch auch wenn der Strand am Café Sand eine offizielle Badestelle ist, darf dort nicht überall geschwommen werden. „Man muss 50 Meter Abstand zur Sielwall-Fähre halten“, erklärt Stefan Mau, technischer Leiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Bezirk Bremen Stadt. „Ansonsten ist es möglich, dass Schwimmer von der Fähre erfasst werden.“ Überhaupt sei das Baden in der Weser gefährlich. „Die Weser ist ein Tidengewässer mit wechselnder Strömung“, sagt Mau. „Man sollte immer wachsam sein.“
Drei neue, offizielle Badestellen an der Weser könnten jedoch in den kommenden Jahren enstehen. Mithilfe von Geldern aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung soll das Weserufer in verschiedenen Bereichen wieder in einen ökologisch wertvollen Zustand zurückversetzt werden, neue Badestrände sollen entstehen.
Wasserqualität im Test
Am Weseruferpark in Woltmershausen/Rablinghausen wurde ein neuer Strand im vergangenen Herbst eingeweiht. „Es herrscht aber noch ein Badeverbot, weil die Wasserqualität über einen längeren Zeitraum überprüft werden muss“, berichtet Hans-Peter Weigel. „In spätestens drei Jahren können wir entscheiden, ob wir eine offizielle Badestelle einrichten.“
Wesentlich schneller könnte es oberhalb des Weserwehrs zwischen Fulda- und Sportboothafen gehen. Laut Weigel werden die Baumaßnahmen bereits in diesem Jahr beginnen. „Im nächsten Sommer kann man möglicherweise schon in der neuen Bucht schwimmen. Die Wasserqualität ist gut.“
Bis die Baumaßnahmen im Bereich Peterswerder/Pauliner Marsch beginnen, wird hingegen noch einige Zeit vergehen. Auch dort soll ein Strand entstehen. „Wir müssen erst einmal klären, ob wir den Deich erhöhen müssen, wie es das Ortsamt vorschlägt. Das entscheidet sich Anfang des kommenden Jahres.“ Erst dann könne mit der Umstrukturierung der Uferzone begonnen werden.
Wem das alles zu lange dauert, der kann an verschiedenen Stellen der Weser ins Wasser gehen, an denen das Schwimmen zwar erlaubt ist, die aber von der Behörde nicht als offizielle Badestellen bezeichnet werden. „Zwischen dem Sportboothafen in Hemelingen und Bollen bei Mahndorf darf gebadet werden“, sagt Weigel vom Umweltressort. Auch im Bereich des Kleingartengebietes Hastedter Bulten und in Bremen-Nord bei Rekum und Farge könne in der Weser geplanscht werden.
Vorsicht: Lebensgefahr
Doch auch hier ist Vorsicht geboten: „Es ist grundsätzlich verboten, ober- und unterhalb von Hafeneinfahrten, Brücken oder Wehranlagen zu schwimmen“, warnt Stefan Mau von der DLRG. Auch das Baden in unmittelbarer Nähe von Schiffsliegeplätzen und Buhnenköpfen, die für die Stromregulierung zuständig sind, sei riskant. Vereinzelt sei es schon zu Todesfällen in der Weser gekommen. „In der Regel handelt es sich aber um Unfälle.“
Von den beiden jungen Männern, die Anfang Juli im Rhein ertrunken sind, hat der technische Leiter der DLRG gehört. „Die beiden Männer sind von einem Boot mitgerissen worden, das vorbeigefahren ist.“ Schon bei kleinen Sportbooten könne ein Sog entstehen, der Menschen mitreißt. „Man geht immer auf eigene Gefahr ins Wasser“, sagt Mau. „Doch wer sich an die Baderegeln hält und Schwimmer ist, der kann sicherlich bedenkenlos in der Weser schwimmen – zumindest an den Stellen, an denen es erlaubt ist.“







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