| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Etwa 800 Patienten hat Hausarzt Hans-Michael Mühlenfeld in diesem Herbst gegen Grippe geimpft. Das sind etwa dreißig Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Seine Kollegen berichten von ähnlichen Zahlen. Mühlenfeld glaubt zu wissen, warum es gerade in diesem Jahr so schwer ist, die Bremer von einer Impfung zu überzeugen. „Das liegt an der Schweinegrippe“, ist der Arzt überzeugt. Im vergangenen Jahr habe es einen großen Wirbel um die vermeintliche Pandemie in Deutschland gegeben. „Die haben so getan, als stände der Tod vor dem Stadttor“, erinnert sich Mühlenfeld. Tatsächlich passiert sei hierzulande allerdings eher wenig.
Vertrauen in Impfungen verloren
Dadurch hätten viele Menschen das Vertrauen in Impfungen verloren. Sie würden nun die konventionelle Grippe als ähnlich ungefährlich wie die Schweinegrippe einschätzen und keine Notwendigkeit sehen, sich impfen zu lassen. „Ich habe viele Gespräche geführt, um die Patienten, die von einer Impfung wirklich profitieren können, zu überzeugen“, sagt Mühlenfeld.
Werner Wunderle, beim Gesundheitsamt zuständig für Infektionskrankheiten, ist da ganz anderer Meinung. Er glaubt nicht, dass die Diskussion um die Schweinegrippeimpfung im letzten Winter Konsequenzen für die jetzt angelaufene Grippeimpfung hat. Schon im letzten Jahr habe diese Diskussion die Impfrate nicht wesentlich beeinflusst. In Bremen lag sie laut Wunderle auf einem ähnlichen Niveau wie im Winter zuvor.
Dabei war die reguläre Grippeimpfung laut Wunderle im letzten Winter nur wenig wirksam. Das weiß man allerdings erst jetzt, im Nachhinein. Der Grund: Die Schweinegrippeviren waren so dominant, dass sie alle anderen Grippeerreger verdrängt haben. Das hatte laut Wunderle aber auch eine gute Seite, weil die Schweinegrippe harmloser verlief, als zunächst befürchtet – und als die reguläre Grippe.
Wenn man ihn nach den Gerüchten fragt, der Schweinegrippeimpfstoff werde nun im Rahmen der Grippeimpfung aufgebraucht, muss Wunderle lachen. „Das ist Quatsch“ sagt er, „den speziellen Impfstoff gegen die Schweinegrippe darf man gar nicht mehr verimpfen.“ Den Unterschied könne man schon an der Größe der Dosen erkennen. Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe wurde in Fläschchen ausgeliefert, die für zehn Impfungen reichten, der für die Grippe in diesem Winter kommt in Einzelportionen.
Impfung hilft auch gegen Schweinegrippe
Gegen die Schweinegrippe schützt der diesjährige Winterimpfstoff laut Wunderle aber dennoch. Bei der Entwicklung des Impfstoffes blicke die Weltgesundheitsorganisation WHO jedes Jahr im Mai und Juni auf die Südhalbkugel. Gegen die drei häufigsten Grippeerreger werde dann der Impfstoff entwickelt. Auf der Südhalbkugel habe die Schweinegrippe in diesem Jahr wieder dominiert, allerdings habe sich der Erreger nicht verändert und sei daher auch nicht gefährlicher geworden. Wunderle sieht daher keinen Grund zur Panik. „Es wird wohl eine Grippeepidemie geben - wie in jedem Jahr . Eine Pandemie befürchten wir aber derzeit nicht“, sagt er.
Dennoch empfiehlt Wunderle den Risikogruppen die Impfung. Menschen, die älter als 60 sind, und chronisch Kranke sollten sich impfen lassen. „Diese Empfehlung gibt es schon seit Jahren. Es gab sie auch schon vor der Vogel- und vor der Schweinegrippe“, sagt er. Neu ist in diesem Jahr die Impfempfehlung für Schwangere. Gerade im letzten Teil der Schwangerschaft könne eine Grippe für die Mutter sehr gefährlich werden.
Gefährlich ist diese Impfung für die Schwangeren nicht, beteuert Wunderle. Im Unterschied zum speziellen Schweinegrippeimpfstoff enthalte der jetzt verfügbare Impfstoff weder Quecksilber zur Konservierung noch Wirkverstärker. In anderen Ländern sei die Impfung Schwangerer auch schon seit Jahrzehnten üblich. Wunderle erklärt: „Im Vergleich zu den USA hängen wir da Jahrzehnte hinterher.“









Regenwahrscheinlichkeit:



