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Kinder fördern, Eltern entlasten - das hat sich der SOS-Kinderdorfverein auf die Fahnen geschrieben. Auf vier Stockwerken mit insgesamt 1600 Quadratmetern wird Platz geschaffen für Spielkreise, eine heilpädagogische Tagesgruppe, Hausaufgabenbetreuung, Mittagstische, einen Secondhand-Laden und Computerraum.
Außerdem soll es Kurse und Fortbildungsangebote geben, ebenso Familienhilfen, Krisendienst und Wohnraum für junge Menschen oder Familien in Not. "Wir wollen uns dem Stadtteil öffnen", versicherte Karin Mummenthey. Herzstück soll ein Mütterzentrum sein. Interessierte Bürger seien jederzeit willkommen, nicht nur in Krisenzeiten. Außerdem könnten ehrenamtliche Mitarbeiter "unser Haus bereichern".
Investitionshöhe: 2,4 Millionen Euro
Nach dem Auszug der Stadtbibliothek hatte das markante, große Gebäude längere Zeit leer gestanden, bis es 2008 die Weser-Wohnbau erwarb und Eigentumswohnungen im hinteren Gebäudeteil errichten ließ. Das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen zog im November 2010 in einen anderen Teil des Hauses. An die SOS-Kinder- und Jugendhilfen verkaufte Weser-Wohnbau einen weiteren Komplex, sodass nun noch rund 1000 Quadratmeter an der langen Front zur Friedrich-Ebert-Straße auf neue Nutzer warten.
Der SOS-Kinderdorfverein investiert nach eigenen Angaben 2,4 Millionen Euro in den Umbau seiner neuen Räume - einschließlich Mobiliar und Großküche, die noch errichtet wird. Finanziert werde dies über Spenden und Sponsoren. "Ohne solche Zuwendung könnten wir Projekte dieser Art nicht meistern", betonte gestern Gitta Trauernicht, Vorstandsmitglied von SOS Kinderdorf e.V. Die ehemalige SPD-Sozialministerin in Schleswig-Holstein und Niedersachsen bedankte sich besonders bei der Telekom, die 80000 Euro für die Medienausstattung der neuen Räume gestiftet hatte. Für das neue Zentrum könnten auch Patenschaften übernommen werden, sagte Trauernicht. Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) wünschte den Mitarbeitern viel Glück im neuen Haus. "Das ist ein Anlaufpunkt für die ganze Stadt."
SOS-Kinderdorf ist seit 45 Jahren in der Bremer Region tätig. Rund 70 Beschäftigte in Bremen, Verden und der Gemeinde Stuhr arbeiten in der ambulanten und teilstationären Kinder- und Jugendhilfe, bieten Beratung, Betreuung oder Wohngruppen an. Auch junge Erwachsene und Familien werden begleitet. Im Vordergrund, so der Verein, stehen vernachlässigte Jungen und Mädchen sowie benachteiligte Familien. Bereits 1965 wurde das SOS-Kinderdorf Worpswede gegründet.
Viel Leben im Haus
Bislang sind die SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Bremen und Umgebung auf elf Standorte verteilt. Einige Angebote könnten nun in der Friedrich-Ebert-Straße gebündelt werden, sagte Mummenthey. Die Wohngemeinschaften und Wohngruppen blieben aber an ihren Standorten. Wegen der zentralen Lage erwarte man vor allem einen Zuwachs bei den offenen Angeboten wie dem Mittagstisch und den Kursen.
Die Zusammenarbeit mit Partnern in der Nachbarschaft soll ausgebaut werden. So betreut die Einrichtung bereits seit zwei Jahren Schüler der Grundschule an der Kantstraße; für einige wird es nun noch Mittagstisch und Hausaufgabenhilfe geben. Auch die Schule am Leibnizplatz zeige Interesse, die gemeinsame Mädchen- und Jungenarbeit fortzuführen, hieß es. Mit der Hochschule Bremen wolle man die Zusammenarbeit intensivieren und den Studenten weiterhin Praktika ermöglichen.
"Wir möchten viel Leben ins Haus bekommen", sagte Karin Mummenthey. So sei auch eine Kooperation mit der Bremer Shakespeare Company denkbar.



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