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Die Abkürzung FIES steht für "Forschen in eigener Sache": Seit rund sechs Jahren begeben sich Jugendliche, überwiegend aus neunten und zehnten Klassen, in diesem Rahmen für ein halbes Jahr auf Spurensuche zu einem selbst gewählten Thema. Bei der Recherche im Überseemuseum und weit darüber hinaus stehen ihnen Experten aus dem Museum zur Seite. Am Ende der Projektarbeit steht eine Sonderausstellung.
Bei der Vorbereitung dieser Präsentation unterstützen Bremer Künstler die Schüler. Eine Jury begutachtet die Ausstellung und vergibt Auszeichnungen an die einzelnen Teams in verschiedenen Kategorien: Feldforschung, Umsetzung der Museumsmethoden, Ausstellung und Dokumentation der Ergebnisse, aber auch Kreativität, interkulturelle Kompetenz und Teamgeist sind gefragt.
Beispielhaft für die verschiedensten Forschungsarbeiten sei hier ein Kunst-Kurs des neunten Jahrgangs an der Gesamtschule Bremen-Mitte genannt: Er hat sich mit dem Thema "Götter und Dämonen" beschäftigt. Sichtbares Ergebnis: Neben dem Wissen über die Rollen und Aufgaben der Götter im Hinduismus, Shintoismus und dem Buddhismus haben die Schüler fünf knapp einen Meter große Kostümpuppen, die Götter, Dämonen und Tänzer darstellen, gebastelt. Da tritt beispielsweise der Dämon Oni auf, der der japanischen Mythologie entstammt und hiesigen Teufelsvorstellungen überraschend ähnlich sieht. Mit ihren Arbeiten errangen die Neuntklässlerinnen die Jury-Auszeichnung in der Kategorie "Kreativität/Originalität".
Besondere interkulturelle Kompetenz bescheinigte die Jury der Werkschulklasse der Wilhelm-Wagenfeld-Schule. Die Huchtinger erforschten und erprobten Geschichte, Mode und musikalische Hintergründe des Hiphop und des Tanzes in Bollywood-Filmen. In dem Ausstellungsbeitrag erläutern sie die Entstehung des Hiphop als Protestbewegung in der Bronx einerseits und die Erwartungshaltung indischer Fernsehzuschauer an Bollywood-Filme andererseits. Diese Forschungsergebnisse verbanden die jungen Frauen zu einer Choreografie, in der sich bollywoodesker Tanz und Hiphop mischen.
Die FIES-Sonderausstellung ist noch bis zum 20.2.2011 im Überseemuseum zu sehen. In diesem Rahmen findet ein Elterntag statt, an dem die Jugendlichen mit ihren Eltern kostenlos das Museum besuchen können, um ihnen ihre Ausstellung zu zeigen. Projektleiterin Anka Bolduan weist darauf hin, dass es für das nächste FIES-Projekt noch zwei freie Plätze für Gruppen gibt. Der Start ist im Februar.



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