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Zum Beispiel die Malerin und Grafikerin Sonia Schadwinkel. Sie kann sich an einen erschütternden Bericht erinnern, in dem ein Überlebender sagte, es sei ein Wunder, dass er noch einmal davongekommen sei. "Man hat mir das Leben geschenkt". Das waren die Worte des Mannes, der auf den Trümmern seines Hauses stand. Dieser Satz ist symptomatisch für die bewundernswert tapfere Haltung und die Disziplin, mit der das japanische Volk sein grausames Schicksal trägt und doch zuversichtlich mit dem Wiederaufbau selbst in den über Jahrzehnte hinweg verstrahlten Gebieten begonnen hat. Dafür werden allerdings noch über einen langen Zeitraum Spenden benötigt.
"Nana korobi ya oki" ("siebenmal umfallen, achtmal aufstehen") und "Ten ni hoshi, chi ni hana, hito ni ai" ("Stern für Himmel, Blumen für Erde, Liebe für Menschen") - in den Kalligraphien, die Yuki Klink, die zu der Zeit des großen Erdbebens selbst in Tokio war, zu Papier bringt, spiegelt sich bei aller Verzeiflung auch die Hoffnung der Japaner. Zwei Monate ist es her, als sie von der Natur- und Atom-Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes heimgesucht wurden. Die Welle der Betroffenheit war auch in Bremen anfangs groß und die Spendenbereitschaft entsprechend hoch, weiß Caroline Freeborn vom Ostasiatischen Verein. Eine Beobachtung, die auch die Deutsch-Japanische Gesellschaft teilt. Doch mit schwindender Medienpräsenz wird auch die Spendenbereitschaft automatisch geringer, meint auch Sven Ingmar Thies. Die Fotoaustellung des Grafikers und Künstlers gewährt bis 10. Juli unter dem Titel "Japanese Rooms" im Übersee-Museum Einblicke in das Leben der Japaner vor der verheerenden Katastrophe.
Bilder werden versteigert
"Viele kleine Benefiz-Aktionen sind jetzt besonders wichtig", betont Thies. So wird das Übersee-Museum auf seinem Sommerfest, das im Juli ganz im Zeichen Japans steht, für die Opfer der Atom-Katastrophe Spenden zu Gunsten der Initiative "Deutsche helfen Japan" sammeln. Sven Ingmar Thies lässt zudem eine Auswahl seiner Werke versteigern. Eine andere Aktion hat Sonia Schadwinkel unter dem Titel "Das geschenkte Leben" organisiert, in großer Betroffenheit und in Anlehnung an den ergreifenden Fernsehbericht. Die Malerin, die an der Wümme ihr Sommer-Atelier betreibt, war von jeher fasziniert von den geheimnisvollen japanischen Schriftzeichen und der schillernden Schönheit japanischer Koi-Karpfen, die sie in ihren Gemälden festhielt. "Ich konnte die Erschütterung über die Dreifach-Katastrophe einfach nicht länger untätig ertragen", sagt die Künstlerin.
Die Idee zu der Ausstellung "Das geschenkte Leben" war geboren. Am 14. und 15. Mai veranstaltet sie mit ihren, in Bremen lebenden, japanischen Künstler-Freundinnen Yuki Klink und Aki Tsurumi-Geiken jeweils von 13 bis 17 Uhr in der Galerie der Volkshochschule im Bamberger Haus eine Ausstellung, in der Gemälde, Kalligraphie und Origami der drei Künstlerinnen erworben werden können. Die Hälfte des Erlöses geht als Spende an das Rote Kreuz nach Japan. "Wir bieten auch Workshops in Kalligraphie und Origami, der japanischen Faltkunst, an", so Schadwinkel.
Zu den in Bremen und im Umland lebenden japanischen Künstlerinnen und Künstlern gehört auch die renommierte Pianistin Minako Schneegass. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem zeitgenössischen Komponisten Klaus-Peter Schneegass, engagierte sie sich bereits vor zwei Jahren in einem Benefizkonzert zugunsten der Erdbebenopfer im italienischen L'Aquila.
Sorge um die Waisenkinder
Das Ehepaar Schneegass ist über die Tsunami- und Atom-Katastrophe genauso entsetzt wie Sonia Schadwinkel und ihre japanischen Künstler-Kolleginnen. "Mein Bruder Ichiro, der in Tokio lebt, hat Geschäftspartner im Gebiet um Sendai, von denen viele tot oder vermisst sind", sagt Künstlerin Minako.
Ihre gemeinsame große Sorge gilt nun vor allem den Waisenkindern im Katastrophengebiet. "Sakura, Sakura" hat Minako ihr Benefiz-Konzert nach einem der bekanntesten Volkslieder Japans genannt. Am Freitag, 20. Mai, sollen ab 20 Uhr diese musikalischen "Kirschblüten" als Hoffnungszeichen für die Kinder Japans im Rathaus Stuhr erklingen. Minako Schneegass interpretiert neben "Sakura" unter anderem Werke von Chopin, Liszt, Mendelssohn Bartholdy und Schubert - aber auch das Klavierstück "Contra" in dem die Bremer Komponistin Ursula Görsch gleichermaßen ihr Entsetzen über und ihre Kritik an der globalen Bedrohung durch die "nukleare Verseuchung" zum Ausdruck bringt.






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