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In und neben den alten Industriegebäuden hat Bäker, der an der Uni Bremen Spanisch und Deutsch studiert, als Kind gespielt – und erste Erfahrungen mit der Umgebung gemacht. "Dadurch, dass wir direkt am Hafen wohnten, sind wir oft durch diese Zolltore gegangen. Die gingen aber nur in eine Richtung auf. Das heißt, wenn man einmal drin war, konnte man nicht mehr zurück. Und das wussten wir am Anfang nicht", erzählt Bäker.
Obwohl er zusammen mit seinen Freunden nach einigem Suchen einen kilometerweit entfernten Ausgang gefunden hatte, überquerten sie die riesigen Wälle mit den hohen Zäunen auch weiterhin. "Da war der Freihafen und da konnte man immer was sehen. Das war spannend."
"Die Überseestadt ist kaum wiederzuerkennen"
Noch heute übt die Überseestadt einen großen Reiz auf Bäker aus. Und das versucht er, den Teilnehmern der Jogging-Tour ebenfalls nahe zu bringen. "Die Überseestadt ist kaum wiederzuerkennen. Gerade der Bereich, wo die alte Feuerwache war, im Holz- und Fabrikenhafen, da sind Häuser entstanden, die es früher nicht gab. Das waren alles alte Industriehallen. Dieser Stadtteil ist so sehr im Umbruch, dass man da heute hingehen kann und morgen wieder und sich fragt: war das letztes Mal schon da? Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das nicht da war."
"Bremen am laufenden Band" führt die Jogger aus dem Hafen hinaus und weiter in die Seitenstraßen von Walle. Dort dominiert die Nachkriegsarchitektur, denn ein Großteil der alten Gebäude wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Am alten Waller Wasserturm wird ein Zwischenstopp eingelegt – auch, um mal wieder ein bisschen Luft zu holen. Denn Gespräche zu führen und Fragen zu stellen, ist beim Laufen gar nicht so einfach.
Das ging auch Bäker ganz am Anfang so, obwohl er als aktiver Fußballer Bewegung und gleichzeitiges Sprechen gewohnt ist. "Auf dem Fußballplatz gibt man auch Anweisungen und spricht, aber eben kurz und prägnant und nicht so, wie das hier der Fall ist. Das muss man schon üben und ist nicht jedermanns Sache."
Kaum Ampeln und Autos
Nach der kurzen Pause wird der Wasserspeicher, neben dem heute eine Senioreneinrichtung steht, zurückgelassen und der Weg zurück in Richtung Innenstadt beginnt. Aus seiner Sicht habe Walle einen viel zu schlechten Ruf, erklärt Bäker. Und in der Tat wundert man sich als Teilnehmer der Stadtführung darüber, kaum Autos und Ampeln zu begegnen, bevor die Tour nach dem Durchlaufen der Wallanlagen dieses Mal an der vielbefahrenen Bürgermeister-Smidt-Straße endet.
Eine Tour, die nicht nur für die Begleiter, sondern auch für Bäker immer wieder spannend ist. "Auf jeden Fall. Weil man nicht weiß, wie die Teilnehmer sind und wer auf einen wartet. Manchmal wartet auch keiner auf mich, aber die Sache ist schon so, dass man sich jedes Mal auf ein neues Abenteuer begibt. Jede Tour ist anders."
Das Tempo anpassen
Konzipiert ist die Stadtführung aber nicht ausschließlich für Sportskanonen. "Es sind auch Leute dabei, die nicht jeden Sonntag in einem Lauftreff um die Wette laufen."
Dementsprechend individuell gestaltet Bäker seine Route jedes Mal aufs Neue: "Wir können hier ein bisschen abkürzen, da ein bisschen länger machen", ist sich der 24-Jährige seiner Verantwortung bewusst. "Es ist auf jeden Fall wichtig, dass man da aufmerksam ist und das Tempo anpasst. Und ein Auge darauf hat, wie es den Teilnehmern gerade geht."
Gerade am Anfang sei es immer wieder interessant zu sehen, wie die Teilnehmer wegen der angekündigten Zehn-Kilometer-Distanz zunächst skeptisch seien. "Die meisten schaffen es am Ende dann aber doch", sagt Bäker zufrieden.
Weitere Informationen zur Stadtführung "Bremen am laufenden Band" gibt es hier.



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