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Sie haben weder Schutzbleche noch Gangschaltung oder Licht - und in der Fahrrad-Szene sind sie Kult. "Fixies" stammen von Bahnrennrädern ab und sind nur mit dem Minimum ausgestattet. Manche Fahrer verzichten sogar auf Bremsen, was bei der Polizei aber gar nicht gut ankommt. In Berlin hat sie deshalb schon solche Fahrräder beschlagnahmt. Auch in Bremen gibt es seit kurzer Zeit verstärkte Kontrollen.
Denn damit ein Fahrrad als verkehrssicher gilt, muss es eine Vorder- und eine Hinterradbremse, eine Klingel und Licht besitzen. "Bei Fahrrädern unter elf Kilogramm reicht eine Beleuchtung zum Anstecken", erläuterte Oberkommissar Robert Tantius von der Bremer Verkehrspolizei.
"Fixies" bestehen dagegen im Original-Zustand nur aus Rahmen, Lenker, Sattel und Reifen. Sie verfügen über einen starren Gang, so dass sich die Bewegung des Hinterrads auf die Pedalen überträgt. Gebremst wird, indem man gegen tritt - was an sich kein Problem ist, wenn man nur auf der Rennbahn fährt.
Doch für die Straße, wo es Gegenverkehr und Ampeln gibt, ist diese Bremstechnik nicht gemacht. "Man kann nicht so schnell bremsen", erläuterte der Rechtsreferent des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Roland Huhn, der in Bremen sitzt. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Kette abspringe oder man von den Pedalen abrutsche und dann funktioniere das Bremsen nicht mehr. "Das ist nur was für geübte Fahrer."
Fahrradkuriere in New York waren es, die vor vielen Jahren die "Fixies" von der Rennbahn auf die Straße holten. Seit zwei, drei Jahren seien sie auch in deutschen Großstädten angesagt, sagte Huhn. Er selbst ist leidenschaftlicher "Fixie"-Fahrer, allerdings besitzt sein Rad zwei Bremsen. Doch nicht alle Fans dieser Räder sind so vernünftig, wie die Bremer Polizei bei ihren Kontrollen festgestellt hat.
Die Beamten erwischten nach Angaben von Tantius mehrere Fahrer, die ohne Bremsen unterwegs waren. Strafen verhängten sie aber nicht, obwohl in diesem Fall normalerweise ein Bußgeld von 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig sind. Die "Fixie"-Fahrer hatten die Polizisten jedoch rechtzeitig gesehen, waren abgestiegen und hatten die Räder an ihnen vorbeigeschoben. Damit hatten die Ordnungshüter nichts gegen die bremslosen Radler in der Hand.
Die Bremer Polizei plant nun weitere Kontrollen. So hart wie in Berlin will sie aber nicht vorgehen. Nur bei Wiederholungstätern gebe es kein Pardon, sagte Tantius. "Wenn wir einen uneinsichtigen "Fixie-Fahrer" ein zweites Mal antreffen, dann wird sein Rad beschlagnahmt."
Damit ist die Bremer Polizei im Nordwesten zurzeit aber noch allein. In anderen Großstädten wie in Hannover und Oldenburg sind die kultigen Rennräder bisher nicht so verbreitet. "Für uns ist das derzeit kein Problem. Solche Räder sind hier noch nicht aufgetaucht", heißt es bei der Polizei in Hannover. (dpa)



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