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Vom Treffpunkt am Bürgerhaus Weserterrassen führt die Strecke erstmal in Richtung Hamburger Straße. Klingebiel weist auf die besonders parallele Straßenführung hin, auf die bei der Gestaltung des neuen Stadtteils besonderer Wert gelegt wurde. Deren Rasterform orientiert sich an der Straßenaufteilung in New York City.
Über die Hamburger Straße geht es zum Brommyplatz, der in den 1970er Jahren zunächst einen zweifelhaften Ruf als Platz zum Gassiführen von Hunden erwarb. Heute ist der Platz ein Kinderspielplatz und im Sommer ein beliebter Ort für Boulespieler.
Im Zusammenhang mit dem Weserstadion habe die Umgebung einen großen Vorteil, so Klingebiel. Denn während eines Werderspiels können die Kinder auf dem Spielplatz toben, und die Erwachsenen, die nicht im Stadion sind, die Begegnung in den nahegelegenen Kneipen vor dem Fernseher verfolgen und Sieg, Unentschieden oder Niederlage entsprechend diskutieren. "Das hat Qualität", so Klingebiel.
"Kennen Sie Bremens höchsten Berg?"
Vom Brommyplatz läuft die Gruppe vorbei an der Gesamtschule Mitte zur Werder-Halle, wo zur Abwechslung mal Stadtführer Klingebiel Fragen an die Teilnehmer richtet und nicht umgekehrt. "Kennen Sie Bremens höchsten Berg?", fragt Klingebiel. Da die Teilnehmer der Stadtführung falsch antworten, liefert Klingebiel die Auflösung selbst hinterher: "Es ist der Hulsberg. Denn man kann von dort aus bis zum Schwarzen Meer gucken." Selbstverständlich ist aber nicht das Gewässer, sondern die Straße "Am Schwarzen Meer" gemeint.
Mit ihrer bunten Bemalung fallen die Wände rund um die Werder-Halle sofort ins Auge. Klingebiel liefert die Hintergründe zu den Geschichten, die die einzelnen Bilder erzählen. Unter anderem geht Klingebiel genauer auf die Bremer Leichtathletin Marga Petersen ein, die bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki die Mannschafts-Silbermedaille gewann und bei ihrer Rückkehr in Bremen begeistert empfangen wurde. "Der WESER-KURIER schrieb damals: 'Die Straßen waren schwarz von Menschen'", so Klingebiel, bevor er zum Weitergehen auffordert und ankündigt: "Ich kürze heute mal ein bisschen ab."
Pause vor dem "Taubenschlag"
Die Zeigt drängt etwas und so wird erst am Peterswerder der nächste Zwischenstopp eingelegt. "Wer kurz ruhen will, kann sich ein bisschen hinsetzen", sagt Klingebiel und zeigt auf die Bierzeltgarnitur vor dem "Taubenschlag". In der Kneipe befand sich früher die Geschäftsstelle von Werder Bremen. Auf der ersten Etage wurde das Organisatorische erledigt, "der informelle Teil fand dann unten statt", so Klingebiel. Fußball und Bier gehörten also auch schon damals zusammen.
Durch den Deichschart hindurch - früher eine Zufahrtsstraße, durch die von Schiffen angelieferten Waren in den Stadtteil hineingebracht wurden - ist die Gruppe nun vor dem Weserstadion angekommen. Dort erzählt Klingebiel von der Rekrutenvereidigung in den 1930er Jahren. "Da gab es natürlich keine Gegenproteste", spielt der Stadtführer auf die Zwischenfälle aus dem Jahr 1980 an. Mit Erstaunen wird auch die Information aufgenommen, dass während des Zweiten Weltkrieges drei Flak-Geschütze auf dem Weserstadion positioniert und auch während der laufenden Spiele im Stadion eingesetzt wurden.
Klingebiel setzt unterdessen zum ersten Mal seinen Generalschlüssel für das Weserstadion ein. Vom Westbereich aus geht der Blick auf das Stadionbad. "Das Grüne ist das gereinigte Weserwasser", zeigt Klingebiel auf die Wasseraufbereitung für einen Teil der Becken.
Jetzt eine Führung durchs Weserstadion
Die Stadtführung ist jetzt zu einer Weserstadionführung geworden. Im Gebäude dominierte früher die Farbe Rot – und das als Farbe der Stadt Bremen in gleich elf verschiedenen Farbtönen. Heute dominiert Werder-Grün. Durch den VIP-Bereich geht es vorbei an einer Wand, auf der alle bisherigen Werder-Trikots aufgebracht sind, zu den VIP-Logen. Die Nummer 33 ist bei internationalen Spielen für Vertreter des Gastvereins reserviert, sagt Klingebiel: "Bei normalen Bundesligaspielen heißt 'Gäste' dann 'Spielerfrauen'".
Draußen auf der Tribüne ist vor den Journalistenplätzen ein besonderer Bereich für langjährige Werder-Vereinsmitglieder reserviert. Wenn Laola durch das Stadion schwappt, wird die Welle an dieser Stelle teilweise unterbrochen, was von anderen Zuschauern mit Pfiffen kritisiert wird. "Die haben richtig was für den Verein getan", nimmt Klingebiel die Alt-Werderaner in Schutz.
"Sie können den Rasen auch gerne küssen"
Vorbei an der neuen Energieanlage über den "Halbzeittreff" an weiteren VIP-Logen vorbei begleitet der Gästeführer die Gruppe herunter zum Spielfeld. Dort sind die meisten Teilnehmer der Tour noch nicht gewesen. Zwar ist Betreten strengstens verboten, aber "Sie können den Rasen auch gerne küssen", so Klingebiel. Soweit will dann aber niemand gehen, es bleibt - mit einer Spur Ehrfurcht - beim Berühren des Grases.
Letztes Etappenziel dieser Stadtführung ist das Wuseum. Dort erfährt die Gruppe zum Beispiel, wie der "Victoria-Pokal" aussieht, dass die Nachbildung der Ligapokal-Trophäe 175.000 Euro kostete und Galatasaray Istanbul mal einen türkischen Porzellan-Teller als Gastgeschenk ins Weserstadion mitgebracht hat.
Die Stadtführung endet neben der Gussmuffe, die für den Stromausfall im Weserstadion beim Bundesligaspiel gegen Schalke 04 mitverantwortlich war und vor einer Leinwand, auf der die spektakulärsten Werderspiele der Vereinsgeschichte gezeigt werden. Gerade läuft die Champions-League-Begegnung der Grün-Weißen gegen den RSC Anderlecht, das Bremen nach 0:3-Halbzeitrückstand am Ende noch mit 5:3 gewannen. In Erinnerungen versunken, bleiben manche Teilnehmer der Stadtführung noch eine Weile vor der Leinwand sitzen.
Weitere Informationen zur Stadtführung "Das Weserstadion und umzu" gibt es hier.






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