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Doch wie darin bestehen? Gmajnic hat beide verglichen, die Geno mit vier Kliniken, rund 5000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 470 Millionen Euro, und Vivantes mit 13.500 Arbeitskräften, die 2010 einen Umsatz von 837 Millionen erwirtschaftet haben. "Die Geno hat ein sehr gutes Fundament", sagt er. Doch Vivantes hat für ihn den Vorteil, einen Sanierungsweg schon einige Zeit gegangen zu sein. "Alle Probleme der Krankenhauslandschaft schienen wie durch ein Brennglas auf Berlin geworfen", schreibt Vivantes in einem Blick zurück auf ihr zehnjähriges Bestehen, "es war Zeit für radikale Maßnahmen."
Gmajnic war, nein ist in diesem radikalen Prozess mittenmang. 2001 war er persönlicher Referent der Geschäftsführung, seit 2006 verantwortet er das Controlling im größten kommunalen Krankenhaus-Konzern Deutschlands, in dem sich neun Kliniken zusammengeschlossen haben und zwölf Senioren-Häuser integriert sind. Dazu kommt ein Dutzend Versorgungszentren und ein Rehabilitationszentrum. Seit 2009 ist Gmajnic auch zuständig für Konzernstrategie und Unternehmensentwicklung.
Der Konkurrenzkampf wird härter
Und hier, scheint es, will der Berliner wohl auch den einen oder anderen Akzent setzen. In den letzten drei Jahren, sagt er, hat Vivantes das Leistungsvolumen um 15 Prozent gesteigert. Eine Zielmarke für Bremen? Der 40-Jährige ist überzeugt, dass der Konkurrenzkampf auf dem hiesigen Gesundheitsmarkt härter wird. Er spricht von Begriffen wie Basiswachstum und additives Wachstum, hinter denen offenbar eine klare Botschaft steckt: Wer expandieren will, muss sich vom nicht endlos wachsenden Kuchen größere Stücke abschneiden. "Die Geno ist hier klar im Vorteil", meint Gmajnic.
Aber offenbar ist der Bremer Krankenhausverbund mit den Kliniken Ost, Nord, Mitte und Links der Weser noch nicht so aufgestellt in der Krankenhauslandschaft, wie es der neue Mann aus Berlin kennt. Zentraler Punkt ist für ihn der IT-Bereich. "Da gibt es noch einen erheblichen Handlungsbedarf." Etwa im Abrechnungssystem mit Krankenkassen. "Es geht in die Millionen, was dort noch auf der Straße liegt." Gemeint ist die präzisere, optimierte Dokumentation dessen, was die Kliniken geleistet haben und bei den Krankenkassen abrechnen können.
Defizite sieht der Controller bei der Geno auch bei der Verweildauer der Patienten in den Kliniken: im Vergleich zu Vivantes viel zu lange. Künftig soll der Trend von stationärer hin zur ambulanten Behandlung gehen. Das Motto: Nach der Operation nach Hause. Gmajnic lacht: "Was nicht heißt, dass Patienten blutig entlassen werden."
"Am Diktat der Ökonomie kommt auch Bremen nicht vorbei"
Wer aber blutet, wenn ein Controller sich Arbeitsabläufe, Prozesse und Strukturen ansieht, wenn er Leistungsvolumina und Kosten in ein profitables Verhältnis bringen will, kurzum: wenn Sanierung ansteht? Personalabbau gleich Arbeitsverdichtung gleich geringere medizinische Qualität? "Am Diktat der Ökonomie kommt auch Bremen nicht vorbei", entgegnet Gmajnic, doch er zweifelt, ob diese Negativ-Gleichungen so stimmen. "Wenn in der Sanierung Strukturen und Prozesse in Kliniken verändert werden, sind auch mehr Output und Qualität möglich", zeigt er sich überzeugt und nennt als Beispiel Vivantes.
Der Berliner Klinikverbund springt denn auch schon mal ein, wenn andere kommunale Krankenhäuser ins Trudeln geraten. Im August hat Vivantes vorübergehend die Geschäfte des Klinikums Offenbach übernommen und soll die wirtschaftliche Struktur und die Abläufe analysieren. Die Politiker sollen so Zeit gewinnen, um über die Zukunft des Offenbacher Klinikums zu entscheiden.
Selbst Staaten mit maroden Finanzen suchen in Berlin Rat, wie sie ihr Gesundheitswesen effizienter gestalten könnten. Im Mai erläuterte Gmajnic einer Delegation aus dem griechischen Gesundheitsministerium, wie der kommunale Krankenhauskonzern den Weg in profitable Gefilde geschafft hat.
Medizinferne Leistungen zurück in den Konzern geholt
Der muss aber nicht, wie oft in der Wirtschaft geschehen, über Outsourcing verlaufen, also über die Vergabe interner Leistungen an andere Unternehmen. Vivantes ist den umgekehrten Weg gegangen und hat Aufgaben wie Catering, Reinigung und andere medizinferne Leistungen zurück in den Konzern geholt. "Man muss genau rechnen", sagt der studierte Betriebswirt, der bei der Geno zuständig ist für Controlling, Finanzwesen, Technik- und Gebäudemanagement, Logistik und Einkauf. Vivantes habe so Millionen gespart und 1500 Arbeitsplätze geschaffen. Doch es hat seinen Preis: Die Mitarbeiter haben spezielle Tarifverträge mit geringeren Löhnen.
Im Oktober wird Gmajnic sein neues Arbeitszimmer bei der Geno beziehen. Seine Ehefrau sowie Sohn (11 Jahre) und Tochter (8) bleiben vorerst in der Hauptstadt. Die Eingewöhnung in Bremen wird Gmajnic dennoch nicht schwer fallen: Den anderen Geno-Geschäftsführer kennt er ganz gut aus früheren Zeiten. Diethelm Hansen kommt auch von der Spree. Er war dort Ärztlicher Direktor bei Vivantes.



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