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Der Verein ÖkoStadt Bremen lud dieser Tage zu einer Diskussion "Wohnen auf dem Wasser" ein. Im vergangenen Jahr hatten bei den "Umwelt Tagen Bremen" viele Menschen ihr Interesse an dem Projekt bekundet. Jetzt sprachen Planer, Interessenten und Behördenvertreter konkret über Standorte und Kosten. Dabei wurde schnell klar: Wasser-Häuser sind nichts für den schmalen Geldbeutel.
Ingenieurin Bettina Thormann-Salamon erläuterte den finanziellen Aufwand an einer Beispielrechnung: Ein 32 Quadratmeter großer Ponton als Unterbau, hergestellt in Holland, kostet 17000 Euro; ein Betonponton ist sogar doppelt so teuer. Hinzu kommen die Kosten für das Haus - bei einer Ferienhausgröße von etwa 40 Quadratmetern sind dies bereits 34000 Euro. Mit weiteren Gebühren und Anschlusskosten entstehen für ein relativ kleines Haus bereits Ausgaben von rund 94000 Euro. "Für eine Fläche, die ungefähr dreimal so groß wie ein Wohnwagen ist", so die Architektin.
Sie beschäftigt sich seit Jahren mit der Idee der schwimmenden Häuser. In einem Container will sie jetzt ein Musterhaus erstellen lassen, das 2012 zu Wasser gelassen werden soll. Ihr langfristiges Ziel ist es, sechs Boote zu bauen und sie als schwimmende Hotelzimmer zu vermarkten.
Dafür ist aber noch viel Planungsarbeit nötig. Zunächst gilt es, den Standort zu klären: Auf Bundeswasserstraßen werden Hausboote grundsätzlich nicht genehmigt. Gesucht werden ausreichend breite Flächen mit wenig Tidenhub. Interessenten gibt es für Orte an der Mittelweser, der Kleinen Weser und in der Überseestadt. Wobei der letzte Standort laut Baubehörde am günstigsten ist. Dort gibt es vor dem Schuppen 3 eine geeignete Fläche.
"Wir wollen das Projekt ernsthaft angehen", versichert Behördenvertreter Tom Lecke-Lopatta. Allerdings ist vorher ein aufwendiges Bauleitplanverfahren nötig - "eine gute Möglichkeit, alle Beteiligten zu Wort kommen zu lassen", sagt Lecke-Lopatta. Er geht davon aus, dass eine Genehmigung in der Überseestadt mit strengen Auflagen verknüpft sein wird. Damit wäre bei vielen widersprüchlichen Interessen wenigstens die einheitliche Gestaltung gesichert.
Bettina Thormann-Salamon sieht in den Floating Homes mehr als nur schicke Wochenend- oder Feriendomizile: In Bremen gebe es eine lange Tradition des Schiffbaus und der Holzimporte. Beide Branchen könnten gemeinsam solche Häuser entwickeln und daraus einen Exportartikel machen.
Jan und Jessica Scheffold wünschen sich ein 100-Quadratmeter-Haus. Hausboote dieser Art hätten sie bereits in Hamburg gesehen, berichtet das Paar. Sie kosteten zwischen 400000 und 500000 Euro. "Mehr als technische Details und Liegeplätze interessiert mich die Frage, ob es Banken und Versicherungen gibt, die so ein Projekt unterstützen", sagt Jan Scheffold. Das solle Thema bei künftigen Planungstreffen sein.



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