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Eine Bundesratsmehrheit hatte Ende November die Bundesregierung aufgefordert, das Halten bestimmter Wildtierarten im Zirkus zu verbieten – darunter Elefanten, Bären, Giraffen, Flusspferde und Nashörner. Bremen hatte den Antrag unterstützt.
Die SPD-Bundestagsfraktion hatte diese Forderung daraufhin in den Bundestag eingebracht, CDU/ CSU und FDP stimmten jedoch dagegen – der Antrag wurde am 15. Dezember mehrheitlich abgelehnt. René Renz, Veranstalter des Bremer Weihnachtscircus, freut sich über diese Entscheidung. Schließlich hat er selbst wildlebende Tiere im Programm - und zwar Elefanten, Seelöwen und Krokodile.
Renz will Weihnachtscircus etablieren
Der Bremer Weihnachtscircus bietet die klassische Zirkus-Mischung aus Tiernummern, Clownerie und Artistik und klommt damit offenbar gut beim Publikum an. Renz, der die Veranstaltung erstmalig in Bremen organisiert hat, ist jedenfalls mit der Resonanz auf sein Gastspiel vollauf zufrieden. Er gastiert noch bis zum 8. Januar auf einem Platz an der Nordstraße / Ecke Überseetor und würde in Bremen gern das etablieren, was viele andere Städte in Süddeutschland bereits seit Jahren haben: Einen alljährlichen Weihnachtszirkus.
Eine Mehrheit der Bremer Bürgerschaftsabgeordneten spricht sich jedoch gegen Zirkusgastspiele mit Wildtieren aus. SPD, Grüne und Linke haben den Senat im Dezember aufgefordert, entsprechende Gastspiele zu untersagen. Renz zeigt sich jedoch gelassen. Er rechnet solchen Plänen keine Chance aus - und ist mit dieser Einschätzung nicht allein. Auch Bildungs- und Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper hatte - trotz grundsätzlicher Sympathie für ein Verbot - im Dezember darauf verwiesen, dass alle Städte mit diesem Vorhaben vor Gericht gescheitert seien.
Ministerium sieht hohe Hürden für ein Verbot
„Ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen würde generell einen Eingriff in Grundrechte der Berufs- und Eigentumsfreiheit darstellen, die im Grundgesetz verankert sind“, bestätigt eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Die Bremer Grünen, die sich in den vergangenen Monaten besonders intensiv für ein Gastspielverbot für Zirkusse mit Wildtieren stark gemacht hatten, geben dennoch die Hoffnung nicht auf, Zirkusgastspiele auf öffentlichen Plätzen unterbinden zu können. Ähnlich wie bei den Affenversuchen sei es eben immer eine Abwägungssache, welches Rechtsgut höher wiege: Der Tierschutz oder die Berufs- beziehungsweise Forschungsfreiheit, sagt Matthias Makosch, Sprecher der grünen Bürgerschaftsfraktion. "Der Versuch, ein Gastspielverbot durchzusetzen, ist nicht unlauter." Schließlich fordere selbst die Bundestierärztekammer ein Ende von Wildtier-Darbietungen im Zirkus. Der Senat habe nach wie vor den Auftrag, eine rechtliche Lösung zu finden.
Auch bundespolitisch ist das Thema noch nicht von der Agenda verschwunden. Nach dem Vorstoß des Bundesrates hat das Landwirtschaftsministerium nun die Länder gebeten, belastbare Daten über ihre konkreten Erkenntnisse aus der Überwachung von Zirkussen mitzuteilen. Für die Haltung von Zirkustieren gelten Leitlinien, die das Ministerium 1990 erlassen hat. 2008 wurde zudem ein Zirkus-Zentralregister der Länder eingeführt.
Ziel ist es, Informationen über Zirkusse und ihre Tierhaltung zu bündeln. „Sollte sich herausstellen, dass die Haltung von bestimmten Wildtieren in Zirkussen tierschutzgerecht nicht möglich ist und bisherige Maßnahmen wie insbesondere die Zirkusregister-Verordnung unzureichend sind, werden wir weitere Optionen prüfen“, so die Ministeriumssprecherin. „Dazu kann in letzter Konsequenz auch ein Verbot bestimmter Wildtiere in Zirkusbetrieben gehören.“ René Renz lässt sich in seinen Weihnachtscircus-Plänen unterdessen nicht beirren. Sollte es wieder Erwarten doch zu einem Verbot kommen, werde man die künftigen Programme notfalls ohne die umstrittenen Tierarten zusammenstellen.



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