"Jeden Tag werden in Bremerhaven im Schnitt drei Räder gestohlen", sagt der Polizeibeamte Michael Grell. Seit Jahresbeginn sind bereits 52 Zweiräder abhanden gekommen, 2011 waren es fast 1200. Die meisten Fahrräder seien relativ neu gewesen und hätten einen Wert von 500 bis 700 Euro. Im illegalen Verkauf bringe ein Rad etwa 100 Euro ein.
Bei einer Durchsuchung des Hauses der verdächtigen Familie waren laut Polizei mehrere Dutzend Räder, geknackte Schlösser und fast 60 Fahrradkörbe gefunden worden. Derzeit verfolgen die Beamten die Vertriebswege. "In Bremerhaven gibt es keinen Markt für gestohlene Räder, daher müssen sie exportiert werden", erläutert Grell. Leider sei die Zusammenarbeit der Polizei mit Zoll und Sozialbehörden aus Datenschutzgründen nicht sehr gut.
Erste Hinweise auf die Bande gab es laut Grell im Spätherbst: Zeugen hätten Kastenwagen gesehen, in die Räder vor Schulen und Bädern eingeladen worden seien. Die Räder seien zwar abgeschlossen gewesen, aber keines sei mit einem festen Gegenstand verbunden und so zusätzlich gesichert worden, sagt der Beamte. Bei einem anderen Diebstahl sei der Zugriff misslungen, weil die Polizei zwar die Diebe auf frischer Tat gesehen habe, sie aber wegen einer Straßenbaustelle nicht habe greifen können. Im Einsatz sollen zwei Kastenwagen gewesen sein.
Gelohnt habe sich der Polizeieinsatz dennoch, sagt Grell. "Daraufhin konnten wir den Halter der Autos ermitteln." Er gehöre zu einer Großfamilie, die unter anderem in dem durchsuchten Mehrfamilienhaus lebe. Auf einem Grundstück in Leherheide wurden nach Angaben der Polizei ebenfalls etwa 50 Räder gesehen. Sie seien aber vor einem Zugriff in einer Nacht- und Nebelaktion entfernt worden. Die Verdächtigen sind polizeibekannt.


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