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Eigentlich hatte der Eisverein gedacht, die Semkenfahrt sei erst am Freitag sicher genug, um Schlittschuhläufer zu halten. Doch die eisigen Temperaturen der vergangenen Stunden haben die Sache beschleunigt: „Der Frost über Nacht war stärker als angenommen. Das Eis trägt die Menschen,“ sagt Reinhard Pridat vom Eisverein Bremen. Der Verein stellt sein Eisfeld, zwischen Semkenfahrt und Südwenje, an der Blocklander Hemmstraße den Schlittschuhfahrern zur Verfügung. Am Mittwoch hat er dort neun, zehn Zentimeter Eisdicke gemessen. „Wir können die Tore am Donnerstagmorgen öffnen,“ sagt Pridat. Am Wochenende ist eine Kinderveranstaltung geplant.
Frost in Bremen
Die Eisflächen der öffentlichen Bremer Gewässer werden voraussichtlich nicht vor dem Wochenende freigegeben. Bernd Schneider vom zuständigen Amt für Umwelt, Bau und Verkehr warnt eindringlich vor dem Betreten des Eises. „Die Gewässer müssen, auch an der geringsten Stelle, 14 Zentimeter dick zugefroren sein, um Menschengruppen zu tragen.“ Messungen am Hollersee beliefen sich auf 7,5 Zentimeter. Bei etwa zwei Zentimetern pro Nacht und bleibenden Minusgraden könne die Umweltbehörde frühestens Montag allen Schlittschuhfahrern eine frohe Botschaft verkünden. Unter www.umwelt.bremen.de informiert die Umweltbehörde regelmäßig über Eisflächen in Bremen, außerdem kann man beim Bremer Eistelefon erfahren, welche Flächen freigegeben sind. Die Telefonnummer lautet: 0421-361 55 00.
Die Polizei musste nach eigenen Angaben am Mittwochnachmittag bereits fünfmal zu Einsätzen ausrücken, bei denen Personen, meist Kinder, zugefrorene Gewässer betreten hatten. In allen Fällen seien die Beamten rechtzeitig vor Ort gewesen und hätten Schlimmeres verhindert.
Die Eisfläche an der Semkenfahrt liegt nicht im Zuständigkeitsbereich der Behörde. „Das ist eine private Veranstaltung des Bremer Eisvereins.“ Allerdings greife der Verein auf jahrelange Erfahrung mit der Natureisbahn zurück und werde keine riskanten Entscheidungen treffen. „Das Feld friert aufgrund seiner geringen Wassertiefe einfach schneller als die öffentlichen Gewässer in Bremen.“
Es wird kälter
In Deutschland drückte die sibirische Kälte die Temperaturen weiter in den Keller. In der Nacht zum Mittwoch seien sehr tiefe Werte vor allem in Ostdeutschland gemessen worden, sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Am kältesten sei es in der Nacht aber mit minus 15,9 Grad auf dem Großen Arber im Bayerischen Wald gewesen. Am Donnerstag könnten in Berlin bis minus 15 Grad gemessen werden. Auch tagsüber sollen die Temperaturen hierzulande vielerorts in den zweistelligen Minusbereich rutschen. (mit Material von dpa)



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