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Jedes Mal, wenn Betina da Rocha im Unibad schwimmen geht, ärgert sie sich. "Seit über zwei Monaten ist dort eine der Damenduschen gesperrt, ohne dass sich irgendetwas ändert. Wenn morgens Schulkinder und Besucherinnen gemeinsam duschen möchten, herrscht arges Gedränge", schreibt sie in einer Mail an die Redaktion. Ihr stelle sich die Frage, ob die Sanierungsarbeiten so lange ausgesetzt würden, bis es irgendwann heiße, die Schließung des Unibads sei unvermeidlich.
So weit will Hans-Joachim Orlok, Leiter des Baudezernats der Universität, nicht gehen. Das Problem mit den Damenduschen sei aber seit Längerem bekannt. "Die Duschen wurden stillgelegt, und eine Wand wurde geöffnet, weil wir dort einen erheblichen Wasserschaden haben", beschreibt er die Situation. Dann seien wegen der Haushaltssperre keine Mittel mehr vorhanden gewesen, um die Maßnahme abzuschließen. "Zurzeit dürfen wir nur noch Reparaturen und Sanierungsarbeiten vornehmen, die zur Aufrechterhaltung des Betriebs zwingend notwendig sind", so Orlok. Davon sei nicht nur das Unibad betroffen. Bis die Haushaltsmittel für 2012 freigegeben seien, werde sich an der Lage nichts ändern.
Die Sanierung der Damendusche wird nach Orloks Schätzung bis zu 12.000 Euro kosten. "Wir haben dort nicht nur ein kleines Loch in einer Wasserleitung, sondern die Wasserzuführung zu den Duschen in der Wand muss komplett erneuert werden", sagt der Leiter des Uni-Baudezernats. Dazu gibt es nach seinen Angaben zwei Möglichkeiten. Entweder die Wand wird komplett aufgeschlagen, um neue Leitungen in der Wand zu verlegen und dann auch die Duschen zu erneuern. Oder man baut eine Vorsatzwand und verlegt die Leitungen in dem entstandenen Zwischenraum. "Kostenmäßig gibt es allerdings zwischen den beiden Lösungen keinen großen Unterschied", dämpft Orlok Hoffnungen. Das Unibad sei 35 Jahre alt und nicht ohne Grund sanierungsbedürftig.
Was die große Sanierung des Dachs und die Erneuerung der Lüftungsanlage angeht, hat Orlok ebenfalls keine guten Nachrichten: "Bislang ist nichts passiert." Die erforderlichen rund 7,8 Millionen Euro für die notwendigsten technischen und baulichen Sanierungen seien im Etat der Universität einfach nicht vorhanden. Geprüft wurden zwar Möglichkeiten, die Arbeiten durch ein sogenanntes Energie-Contracting zu finanzieren. Dabei finanziert ein Investor die Sanierung. Aber diese Hoffnungen haben sich mittlerweile zerschlagen. "Durch die Sanierung sparen wir nicht genügend Energie, um diesen Weg wirtschaftlich betreiben zu können", sagt Orlok.
Man müsse jetzt andere Möglichkeiten der Finanzierung finden, andernfalls drohe die Schließung des Unibads. Sollte sich kein privater Investor finden, der die Einrichtung komplett übernimmt, sieht Orlok keine andere Möglichkeit, als das Mammutprojekt aus dem Landeshaushalt zu finanzieren.
Ohnehin sind in den berechneten Sanierungskosten nur die technischen und baulichen Arbeiten enthalten. "Wenn man das Bad insgesamt auch optisch modernisieren und attraktiver gestalten wollte, müsste man wohl noch ein paar Millionen Euro mehr aufwenden", sagt Orlok.
Um eine Lösung bemüht sich seit einiger Zeit auch ein Arbeitskreis auf Staatsratsebene. "Dabei geht es um alle Bremer Bäder, also auch um das Unibad", sagt Petra Kodré, Sprecherin des Innen- und Sportsenators. Die Gespräche seien schon "weit fortgeschritten", mit einem Konzept wird Mitte Februar gerechnet. Wahrscheinlich ist, dass das Unibad der Bremer Bädergesellschaft zugeschlagen wird. Eine Sanierung der maroden Anlage könnte dann im Sommer starten, vordringlich am Dach und an der Lüftungsanlage.
Für Hans-Joachim Orlok wäre dies die letzte Chance, das Unibad zu retten. "Wenn eine größere Reparatur ansteht, die richtig teuer wird, dann fällt hier der Vorhang", sagt der Fachmann voraus. "Die Universität hat einfach das Geld nicht, um hier eine größere Investition vorzunehmen."



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