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Noch ist Michael Richartz, Pressesprecher der Bremer Feuerwehr, entspannt. Doch im Laufe des Tages rechnen er und seine Kollegen mit Dauerstress. Denn die steigenden Temperaturen lassen das gefrorene Wasser in vielen Rohren auftauen. Doch diese sind vielfach undicht. Denn der Dauerfrost der vergangenen Tage hat das Material laut Richartz stark beansprucht – eine Belastung, der vor allem ältere Rohre nicht unbedingt gewachsen sind. Die Folge: Die Rohre können das Wasser nicht halten, es sprudelt hervor.
Am Mittwochvormittag hatte die Feuerwehr unter anderem einen Einsatz in der Hemelinger Bahnhofsstraße. Dort war ein Wasserrohr zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss geplatzt, die Feuerwehr pumpte das Wasser ab. Doch auch viele Außenrohre geben derzeit den Geist auf. „Die dichten wir erstmal ab“, erzählt Richartz. Damit das auslaufende Wasser den Bürgersteig nicht in eine Eisfläche verwandelt, hat die Feuerwehr immer Streusalz dabei.
Doch wie kann man einen Wasserrohrbruch verhindern? Richartz rät, alle Wasserleitungen die vom Haus aus nach außen zu einem Hahn führen - beispielsweise zur Gartenbewässerung - schon im Herbst ganz leer laufen zu lassen. So könne in der Leitung erst gar kein Wasser gefrieren. Außerdem sei es immer gut, auf allen Leitungen für regelmäßigen Durchlauf zu sorgen. Man solle also ruhig auch mal den Wasserhahn in der Gästetoilette oder im Keller benutzen. Und wer gerade ein Haus baut oder saniert sollte darauf achten, die Hausanschlussleitungen möglichst tief in die Erde zu legen, um sie so vor Frost zu schützen.
Die Temperaturen bescheren auch Bremens Handwerkern dieser Tage viel Arbeit. Zum Beispiel den Sanitärs- und Heizungsexperten. Aus der Firma Bergmann in Walle war zu hören, dass hier seit Beginn des Frosts 160 Hilferufe eingegangen seien: Heizungsausfall, eingefrorene Wasserleitungen, Rohrbrüche. Eine Mitarbeiterin des Betriebes sagte, „der Terminkalender ist voll und wir arbeiten über die normale Arbeitszeit hinaus. Wir haben 24 Stunden Notbereitschaft.“ Und alles mit eigenem Personal. Aufgestockt werde nicht, da man vertraute Qualität garantieren möchte. Dafür würden auch nur noch Stammkunden bedient, Aufträge von Neukunden dagegen nicht angenommen. Fazit: „Das hatten wir noch nie in 16 Jahren.“
Frostig gut läuft das Geschäft in diesen Tagen natürlich auch für das Kfz-Handwerk. Autohaus Schleef in Rekum zum Beispiel verzeichnet zurzeit „das beste Geschäft“. Das Mehr an Aufträgen ist vor allem leeren Batterien geschuldet, die bei dieser Kälte einfach streiken.
Soweit der Frost also als konjunkturbelebendes Element. Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille: Das Baugewerbe liegt, was den Außenbereich betrifft, brach. Hoch- und Straßenbau machen lauf Aussage der Kreishandwerkerschaft Bremen Winterpause. Alles liegt darnieder, sagt auch Thomas Kurzke, Obermeister und Sprecher der Maler- und Lackierer-Innung. „Wir können weder außen noch innen arbeiten. Auch innen allein deswegen nicht, weil niemand bei dieser Kälte die Räume würde lüften wollen.“ Trotz anhaltender Kälte gibt es in seinem eigenen Betrieb keine Kurzarbeit. Jedenfalls noch nicht. „Zwei, drei Wochen noch, dann machen wir vielleicht davon Gebrauch.“






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