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Alle 26 Minuten ein Einsatz - diese Formel stellt die Bremerhavener Feuerwehr für das Jahr 2011 auf. "Das vergangene Jahr war ein Rekordjahr", sagt Stadtrat Jörn Hoffmann (SPD), der als Dezernent für die Feuerwehr zuständig ist. Die Marke von 20.000 Einsätzen sei überschritten worden, wenn auch nur knapp: Die Beamten rückten 20.082 Mal zu Einsätzen aus, sechs Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Anstieg ist vor allem im Rettungsdienst zu verzeichnen. Die Gründe: eine älter werdende Bevölkerung, mehr Beschäftigung, die zu mehr Arbeitsunfällen führt, und vor allem eine verstärke Öffentlichkeitsarbeit. "Wir fordern immer wieder dazu auf, zu helfen und im Zweifel die 112 anzurufen". heißt es bei der Feuerwehr. "Lieber 30 Mal zu viel als einmal zu wenig anrufen."
Derzeit ist die Berufsfeuerwehr in der Zentralen Feuerwache an der Hexenbrücke stationiert, direkt am Autobahnzubringer Zentrum. Darüber hinaus gibt es noch drei freiwillige Feuerwehren, je eine in Wulsdorf, in Lehe und in Weddewarden. "Das hat jahrelang sehr gut funktioniert", sagt die Feuerwehr. Jetzt aber habe die routinemäßige Überprüfung der Reaktionszeiten ergeben, dass zusätzliche Standorte notwendig seien.
"Das Bremische Hilfeleistungsgesetz schreibt vor, dass wir in 95 Prozent aller Fälle innerhalb eines bestimmten Zeitraums am Einsatzort sein müssen", so Hoffmann. Das sei im Moment nicht zu gewährleisten. Daher hat eine Arbeitsgruppe ein Konzept entwickelt, wonach es zwei zusätzliche Wachen geben muss: Die im Süden, in die auch noch die freiwillige Feuerwehr einziehen muss, sowie eine im Norden, in der mehr Wohnbebauung denn Industrie zu finden ist. "Wir haben einen Bedarfsplan erstellt, der Investitionen von elf Millionen Euro vorsieht", sagt Hoffmann. Nun müsse die Politik das Konzept diskutieren.
Doch nicht nur neue Wachen müssen nach Sicht der Feuerwehr entstehen, auch die personelle Ausstattung sei zu prüfen. "Künftig müssen wir mit zwei Notärzten fahren", sagt Hoffmann. Bislang kommt die Stadt mit einem Mediziner pro Schicht aus. Um das zu sichern, werde es im Sommer eine Ausschreibung geben, die sich vor allem an die Krankenhäuser richtet, die Ärzte stellen können.
Damit das Personal aber eingesetzt werden kann, muss die Ausbildung stimmen. Zwar hat die Feuerwehr eine neue Einsatzgruppe für die Höhenrettung geschaffen, länger schon gibt es Taucher und Experten für die Schiffsbrandbekämpfung. Aber die Grundausbildung ist eine andere Sache. Die ist derzeit in der Landesfeuerwehrschule angesiedelt, die ihren Sitz an der Zentralen Feuerwache hat. "Die Leiter der Bremerhavener und der Bremer Feuerwehr sind mit der Ausbildung nicht zufrieden", sagt Hoffmann. Die Ausstattung sei hoffnungslos veraltet, außerdem würden 80 Prozent der Ausbildung sowieso direkt bei den Wehren stattfinden. Daher fordern Amtsleiter und Stadtrat die Schließung der Schule, gleichzeitig aber die Ansiedlung einer neuen Akademie für den Rettungsdienst an gleicher Stelle. "Diese Ausbildung ist sehr gut, sodass wir sie halten müssen." Das allerdings sei eine Landesaufgabe und liegt derzeit beim Innensenator.



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