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Am 11. Februar ist Europäischer Tag der 112, passend zum Datum. „Damit wollen wir möglichst viele Menschen sensibilisieren, einige kennen die Nummer leider gar nicht“, erklärt Marvin Christ, Ausbildungsleiter bei den Maltesern in Bremen.
In der Bremer Notrufzentrale sitzen speziell geschulte Mitarbeiter der Feuerwehr, die auch eine medizinische Ausbildung haben, wie etwa Rettungssanitäter, die den Anrufern die richtigen Fragen zur Situation stellen können. Sie bekommen eine genaue Einweisung über das Verhalten am Telefon. Während sie die richtigen Einsatzfahrzeuge per Computer losschicken, geben sie den Anrufern Tipps zu Erste-Hilfe-Maßnahmen – in Deutsch oder Englisch. Ein Job, der Multi-Tasking-Fähigkeiten voraussetzt. Mit einfachen Mausklicks werden die Rettungskräfte alarmiert, der Computer macht sogar noch Vorschläge zu den passenden Einsatzfahrzeugen.
Die 112 ist immer kostenlos vom Festnetz oder vom Handy aus zu erreichen. Nach Informationen der Europäischen Kommission können über 95 Prozent der Notrufe innerhalb von zehn Sekunden durch die Leitstellen entgegen genommen werden. Falls der Anrufer seinen Aufenthaltsort nicht angeben kann, dauert es durchschnittlich nur 70 Sekunden, bis seine Position bestimmt ist.
Warum die Zahlenkombination für den Europäischen Notruf nicht 111 oder nur 11 lautet, was noch einfacher zu merken wäre, hat laut Christ einen simplen Grund: „Eine noch einfachere Kombination kann man leicht mal versehentlich eintippen.“ Dass es irgendwann eine weltweit einheitliche Notruf-Nummer geben könnte, hält Christ für unwahrscheinlich. „Die Amerikaner werden immer dagegen sein, sie hängen sehr an ihrer 911.“
Als absolutes Muss betrachtet es der Ausbildungsleiter, die 112 überhaupt zu kennen und Antworten auf die wichtigsten Fragen parat zu haben: Was ist passiert? Wo ist es geschehen? Wie viele Menschen sind verletzt? Welche Arten von Verletzungen? Außerdem sollte der Anrufer auf Rückfragen warten.
Am Sonnabend starten die Malteser in Bremen noch eine besondere Aktion: Die Binnenschiffer, die derzeit wegen der Eiseskälte in den Bremer Häfen auf ihren Schiffen festsitzen, wollen diese Zeit sinnvoll nutzen und einen Erste-Hilfe-Kurs bei den Maltesern absolvieren. Nach Christs Einschätzung sehen viele Leute einen Erste-Hilfe-Kurs nur als lästige Pflicht auf dem Weg zum Führerschein. Die Maltester raten aber dazu, die Kenntnisse alle zwei Jahre aufzufrischen.



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