Bremer Freimarkt endet mit Besucherrekord

 - 31.10.2011

Streit um Kosten für Stromnetz eskaliert

Von Jürgen Hinrichs
Bremen. Zuletzt überschattet von einem schweren Unfall, ist am Sonntag der Freimarkt zu Ende gegangen. Am Donnerstagabend hatte sich in einem Fahrgeschäft eine Gondel gelöst, neun Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. Das Unglück trübt eine Bilanz, die ansonsten sehr positiv ausfällt. werden nach Einschätzung der Schausteller fast 4,4 Millionen Menschen das Traditionsvolksfest besucht haben

Die Schausteller melden einen Rekord, nach ihren Schätzungen waren es an den 17 Tagen rund 4,4 Millionen Besucher, so viele wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren.

"Es waren Voraussetzungen, wie wir sie herbeisehnen", sagt Rudi Robrahn. Der Vorsitzende des Bremer Schaustellerverbandes meint damit vor allem das Wetter. Bis auf einen Tag sei es immer trocken gewesen und auch nicht besonders kalt. "Hinzu kam, dass der Freimarkt in diesem Jahr in der Ferienzeit lag", ergänzt Robrahn. Einen Rekordbesuch dürfe man allerdings nicht mit einem Rekordgeschäft gleichsetzen. "Man merkt deutlich, dass sich die Leute beim Konsum zurückhalten." Trotzdem: "Wir sind zufrieden", sagt Robrahn.

Neue Marktordnung erfolgreich

Als Erfolg verbucht der Verbandsvorsitzende auch die neue Marktordnung. Sie schreibt zum Beispiel vor, dass keine Glasflaschen mitgebracht werden dürfen, um Glasbruch zu vermeiden. Mithilfe der Polizei, die selbst von einem ruhigen Verlauf des Freimarkts spricht, habe man die Besucher sensibel dafür gemacht. Alles andere als erbaut sind die Schausteller indes über die Mindestlohn-Debatte. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) hatte angekündigt, nur noch solche Betriebe zum

Freimarkt zuzulassen, die bereit sind, ihren Beschäftigten mindestens 8,50 Euro pro Stunde zu zahlen. "Ungeheuerlich", kommentieren die Schausteller. Die Betriebe seien unter den Generalverdacht des Lohndumpings gestellt worden.

Empörung auch über den Plan der Stadt, die Kosten für ein neues Stromnetz unter der Bürgerweide den Schaustellern aufzubürden. "Das machen wir nicht mit", sagt Robrahn. Die Kosten seien bereits jetzt bis zum Anschlag hoch. "Ich hatte deshalb schon überlegt, ob ich mit meinem Fahrgeschäft nach Bremen komme", so Robrahn. Das Geld fürs Stromnetz müsse die Stadt selbst aufbringen. "Wir helfen und sagen, wo dafür etwas eingespart werden kann."






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