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Die Stadtführung startet vor dem Landgericht an der Domsheide. Dort gibt es nämlich etwas, was zwischenzeitlich verschwunden war und heute wieder zu sehen ist. An der Frontseite des Landgerichts kann man die zehn Gebote lesen. Zu Zeiten der Nationalsozialisten wurden sie angeblich weggemeißelt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde jedoch festgestellt, dass lediglich Platten davor montiert wurden. Diese konnten abgenommen werden und so kamen die zehn Gebote wieder zum Vorschein.
Ein paar Schritte weiter sind heute nur noch Straßenbahnschienen zu sehen. Früher stand hier jedoch eine Kopie des Gustav-Adolf-Denkmals, das heute noch in Göteborg zu sehen ist. Die Göteborger hatten das Denkmal bestellt, allerdings war es vor Helgoland bei einem Schiffsunglück verloren gegangen. Als die Helgoländer es bargen, boten sie es zum Verkauf an. Die Göteborger bestellten sich jedoch ein Neues und so kaufte ein Bremer das gesunkene Denkmal. Er spendete es der Stadt, die zu dieser Zeit gerade das Gelände der Domsheide umgestaltete. „Allerdings ging das Denkmal später durch die Metallspende im Zweiten Weltkrieg verloren“, sagt die Gästeführerin Katharina Rosen von „Rosige Zeiten – Bremen und mehr“.
Eine weitere Etappe ist die Propsteikirche St. Johann. Sie wurde im Zuge der Reformation als Krankenhaus genutzt und ist erst seit 1807 wieder eine katholische Kirche. Die Kirche war sehr heruntergekommen und so wurde bei der Renovierung unter anderem ein neuer Boden eingezogen. Deshalb musste die Tür ebenfalls weiter nach oben versetzt werden. Die Bruchkanten sind heute noch rechts und links neben der Tür zu erkennen.
Nur wenige Meter entfernt ist der Flussverlauf der Balge nachzuvollziehen. Zwei Platten im Boden zeigen die zwei Arme des Flusses. Die ursprüngliche Balge ist als Klosterbalge gekennzeichnet und der neuere Arm als Balge. „Wenn man sich zwischen die Platten stellt und auf die andere Straßenseite blickt, kann man den Flussverlauf in der Mitte der zwei Bäume und hinein in das Parkhaus erahnen“, sagt die Stadtführerin.
In den 1830er Jahren wurde der Fluss zugeschüttet. Als Hafen konnte er nicht mehr genutzt werden, da die Schiffe zu groß wurden. Aber auch hygienische Gründe spielten eine Rolle. „Es hat sicherlich zum Himmel gestunken, da jeder seinen Unrat in den Fluss schüttete“, sagt Katharina Rosen.
Bei der Führung sieht man außerdem versteckte, historische Gebäude, Türen von Luftschutzbunkern und Hinweise auf einen Brunnen, der ebenfalls der Metallspende geopfert wurde. „Die Erinnerungspunkte des historischen Bremens sind überall in der Stadt und doch übersieht man sie meist“, sagt die Stadtführerin. So zum Beispiel der weiße Pfeil an der Seite der Liebfrauenkirche. Er war zu Kriegszeiten ein Hinweis auf den Eingang zu einem Luftschutzbunker.
Die Führung endet schließlich an der Schlachte. Dort stehen noch die Fundamente von den hölzernen Kränen, genannt Wuppen, die zum Entladen der Schiffe genutzt wurden. „Deshalb sagt man auch, dass man etwas gewuppt kriegt“, sagt Katharina Rosen.
Die Führung dauert etwa anderthalb Stunden und kostet für Erwachsene sechs Euro. Weitere Informationen finden Sie unter www.rosige-zeiten.com



