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Lange Zeit wurde der Teerhof als Parkplatz genutzt. Im Bild ist das Frese-Haus links neben dem Hotel zu sehen. (Archivbild von 1972)
„Doch, doch, das Frese-Haus liegt hier immer noch“, erzählt Margarethe Haberecht vom Landesamt für Denkmalpflege auf Nachfrage von WESER-KURIER Online. Die Fassadenteile des Gebäudes aus dem Rokoko sind dort seit 1978 eingelagert. Eigentlich hätten sie längst wieder aufgebaut werden sollen. Das war fest versprochen. Doch wie das manchmal so ist - die Pläne sind mit der Zeit in Vergessenheit geraten.
Dabei war der Wirbel groß, als das Haus des Bremer Rokoko-Bildhauers Theophilus Wilhelm Frese abgetragen wurde. Für den Teerhof, wo das Gebäude stand, gab es neue Pläne. Zunächst war beispielsweise angedacht, ein zweites Schnoorviertel zu bauen, dessen Krönung das Frese-Haus sein sollte. Über die Jahre gab es verschiedene Ausschreibungen, um Ideen für den etwa 100 mal 50 Meter großen Platz zwischen Versicherungsbörse und Gästehaus der Universität zu sammeln. Gewonnen hat schließlich der Entwurf für den ehemaligen Beluga-Firmensitz.
Doch wohin mit dem denkmalgeschützten Haus? Es hatte glücklicherweise den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden, war jedoch mit seinen 230 Jahren Ende der 1970er Jahre sehr renovierungsbedürftig. Bevor es damals ans Reparieren ging, wurde es sorgsam abgebaut. Die Schmucksteine aus Sandstein wurden eingelagert. Zu gegebener Zeit, so das Versprechen, sollte das Haus wieder an seiner alten Adresse aufgebaut werden. Zwischenzeitlich gab es sogar Vorschläge, ein Portal des Hauses in der Neustadt aufzustellen. Quasi als Triumphbogen. Das kam bei der Denkmalpflege gar nicht gut an. „Wenn, dann wird das Haus nur im Ganzen aufgebaut“, sagt Haberecht.
Nun klaffen besonders im Stephaniviertel und Faulenquartier Baulücken, die mit Neubauten gefüllt werden sollen. Vielleicht kann man aber auch Theophilus Wilhelm Freses altes Wohnhaus nehmen? Direkt neben der Drogerie Zinke steht das Telekom-Gelände leer. „Das müsste man dann noch mal neu diskutieren. Es gibt den alten Platz, wo das Haus ursprünglich stand ja nicht mehr“, lenkt Haberecht ein. Franz-Josef Höing, Bremens Senatsbaudirektor, war für ein Statement bisher nicht erreichbar.
