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Theophilus Wilhelm Frese baute das Haus 1729/40 auf dem Teerhof.
In den 1970er Jahren hat es große Aufregung um den Verbleib eines alten Hauses auf dem Teerhof gegeben. Das Frese-Haus hatte zwar den Zweiten Weltkrieg überstanden, war inzwischen aber doch reichlich renovierungsbedürftig. Nach langen Diskussionen wurde es schließlich abgerissen und die wertvollen Fassadenteile aus Sandstein wurden beim Landesamt für Denkmalpflege eingelagert. Mit dem festen Versprechen des damaligen Bausenators Hans Stefan Seifriz (SPD), es später wieder aufzubauen.
Doch mit den Jahren geriet das Vorhaben immer mehr in Vergessenheit und irgendwann wollte niemand mehr etwas davon wissen, geschweige denn das Frese-Haus wieder an seinem alten Platz auf dem Teerhof aufbauen. Dort stehen mittlerweile das ehemalige Beluga-Gebäude und das Gästehaus der Universität. „Es sähe ziemlich putzig aus, wenn daneben ein kleines Frese-Haus stünde“, sagt Stadtplaner Georg Heinemann. Er fragt sich, ob solch ein Gebäude überhaupt eine entsprechende Bedeutung habe, um es noch einmal aufzustellen. Wenn überhaupt, dann könne man die Reste doch ins Focke Museum bringen. Heinemann ist nicht der Einzige, der keine Zukunft für das Rokoko-Gebäude sieht.
Lange Zeit wurde der Teerhof als Parkplatz genutzt. Im Bild ist das Frese-Haus links neben dem Hotel zu sehen. (Archivbild von 1972)
Der Bremer Bauunternehmer und Mäzen Klaus Hübotter ist enttäuscht darüber, was mit der Fassade geschehen ist: „Die liegt jetzt in irgendeinem Keller und kann ja nicht verrotten, weil es Steine sind.“ Er befürchtet jedoch, dass die alten Steine keine Chance mehr haben. Der sorglose Umgang mit denkmalgeschützten Häusern nach dem Zweiten Weltkriegs macht ihn noch heute betroffen. Gerade in den Jahren nach dem Krieg seien mehr denkmalgeschützte Häuser zerstört worden, als während des Krieges selbst. Damals habe man sich gar keine Gedanken über den Wert alter Bauwerke gemacht, sie lieber abgerissen und ab den 1950er Jahren schnell neue Häuser hochgezogen. Schon da gab es Kritik an dem radikalen Vorgehen.
So zitiert der WESER-KURIER Anfang 1959 eine Stimme: „Wir haben so viel Baudenkmäler durch Krieg und Unverstand vergangener Jahrzehnte verloren, dass wir auch das letzte Trümmerstück aufheben müssen.“ Zu der Zeit gab es auf dem Teerhof, gar nicht weit vom Frese-Haus entfernt, einen Bauhof, wo Wagenladungen von Sandsteinverzierungen alter bremischer Häuser zu grobem Schotter kleingeschlagen wurden, um ihn für den Straßenbau zu verwenden.
„Das ist leider so, was sollen wir jetzt noch darüber weinen?“, so Hübotter heute. Es sei schrecklich, was mit den Gebäuden passiert sei. Dass das Frese-Haus nun mehr oder weniger vergessen wurde, kreidet er den Politikern an, die Ende der 1970er das Sagen hatten. Der damalige Bausenator habe es „verbrochen“. Von der Idee des derzeitigen Bremer Senatsbaudirektors Höing hält er wenig. „Es gibt vage Überlegungen, in der Innenstadt ein Haus zu verändern und die Teile des Frese-Hauses dort einbauen zu lassen“, verrät dieser. Über das Wo und Wann will er sich jedoch nicht äußern. Man werde sich bei passender Gelegenheit an die verbliebenen Sandsteine erinnern.
