Dieser Fall beschäftigt derzeit unter anderem auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Er wird am Donnerstag, 19. Januar, seine Beweiserhebung fortsetzen und dabei Staatsrat Matthias Stauch anhören, der einen Bericht über die Abläufe in dem betroffenen Klinikum erarbeitet hatte.
In ihrem offenen Brief beklagen die Ärztinnen und Ärzte das "unangemessene Krisenmanagement" der kommunalen Klinik-Dachgesellschaft Gesundheit Nord. Diese Kritik richte sich an Diethelm Hansen, Chef der städtischen Holding, der die Entlassung von Huppertz verfügt habe. "Dieser Akt der öffentlichen Vorführung eines untadeligen Arztes", so heißt es, "stellt eine intolerable Grenzüberschreitung dar." Es sei schwer vorstellbar, dass die Entscheidung ohne politische Rückendeckung getroffen worden sei.
Heidrun Gitter, leitende Oberärztin der Kinderchirurgie am Klinikum Mitte, warb gestern dafür, die Konflikte nicht mit offenen Briefen auszutragen, die der berechtigten Forderung nach sachlicher Aufklärung nicht dienlich seien. Auch aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes dürften derzeit gar nicht alle Fakten öffentlich verbreitet werden. Eine "berufsrechtliche Wertung zum jetzigen Zeitpunkt zum Beispiel" aber würde genau eine solche Detailkenntnis voraussetzen, so die Medizinerin. Ärzte und Pflegende am Klinikum, so Heidrun Gitter, wünschten sich derzeit "nichts sehnlicher", als dass Normalität einkehre und sie wieder das tun könnten, wozu sie angetreten seien: kranken Kindern helfen.
Der Untersuchungsausschuss wird am 19. Januar nicht nur Staatsrat Stauch anhören. Nachmittags werden Experten des Beratungszentrums für Hygiene als sachverständige Zeugen vernommen.


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