Die CDU konfrontierte bei der Sitzung des Untersuchungsausschusses am Donnerstag die Ärztliche Geschäftsführerin des Klinikums, Brigitte Kuss, damit, dass der entsprechende Vertrag mit Huppertz bereits am 31. März 2011 ausgelaufen sei. Im November vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass seit April mindestens 25 Kinder mit einem multiresistenten Darmkeim in Kontakt gekommen waren, neun erkrankten, drei Frühgeborene starben an der Folgen der Infektion.
Der Klinikbetreiber Gesundheit Nord (Geno) hatte Huppertz am 15. November fristlos entlassen, Geno-Geschäftsführer Diethelm Hansen begründete die Kündigung damit, dass Huppertz seiner Verantwortung unzureichend nachgekommen sei. Er habe den Verdacht auf einen Ausbruch zu spät ausgesprochen.
Mit der Folge, dass er deutlich zu spät das Gesundheitsamt informiert und damit auch zu spät weitere Maßnahmen eingeleitet habe, die den Ausbruch zumindest hätten eindämmen können. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Huppertz, der auch die Professor-Hess-Kinderklinik leitete, wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung.
"Nun muss geklärt werden, was es bedeutet, wenn dieser Vertrag mit Professor Huppertz als hygienebeauftragter Arzt nicht verlängert wurde", sagte Ausschussmitglied Wilhelm Hinners von der CDU. Konkret gehe es um die Frage der Verantwortung. Diese hänge unter anderem davon ab, welche Aufgaben der entlassene Chefarzt zur Zeit des Keimausbruchs hatte. "Und wenn es so ist, dass Huppertz nach dem 31.3.2011 zur Aufgabe als hygienebeuaftragter Arzt keinen Auftrag mehr hatte, dann ist die große Frage, wer ihn hatte und wer dafür verantwortlich war, dass dies nicht mehr Huppertz' Aufgabe war." Nach Einschätzung des CDU-Politikers rücke die Verantwortung in einem solchen Fall eine Stufe höher". "Das ist dann die Geschäftsleitung", so Hinners.
In der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses wurden die drei Geschäftsführer des Klinikum Mitte als Zeugen gehört. Neben Brigitte Kuss sind dies Daniela Wendorff, zuständig für die pflegerische Geschäftsleitung, und Robert Pfeiffer, Kaufmännischer Geschäftsführer. Wie auch die in der vergangenen Woche geladenen Geno-Mitarbeiter wurden sie von ihrem Rechtsbeistand begleitet. Auf Fragen des Ausschusses zu den Bereichen Hygienemanagement, Dokumentation, Personalsituation sowie Meldewege verweigerten die Geschäftsführer die Aussage.


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