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So gesehen ähnelt die Arbeit von Arthur P. Zapf der eines Museumsführers. Er trägt einen schwarzen Anzug, Bio-Sandalen und startet seine Bürgerpark-Tour am Hollersee. „Manchmal sag ich lieber See vor dem Park-Hotel, dann weiß auch jeder, was gemeint ist.“
Tatsächlich glauben selbst viele Bremer, dass der See zum Hotel gehört. Dabei wird er eigentlich von Privatleuten finanziert - wie die gesamte Parkanlage. „So ein Verein, der einen Park in Alleinregie betreibt, ist einmalig in Deutschland“, sagt Zapf. Und diese Bremer Besonderheit gibt der Anlage ihre ganz persönliche Handschrift.
Zum Beispiel bei den unterschiedlichen Skulpturen rund um den Hollersee. Zwei heißen „Musik“ und „Tanz“: Eine Marmor-Statue, die eine harfespielende Frau darstellt, an einem Uferende, eine Tänzerin am anderen. Eine Arbeit des Bildhauers Diedrich Kropp von 1885. „Die Figuren, Bänke und Denkmale fügen sich nahtlos in das Gesamtkonzept ein“, sagt Parkführer Zapf, „obwohl viele verschiedene Künstler und Stifter ihre eigenen Duftmarken gesetzt haben.“
Mittlerweile sieben Parkdirektoren zeichnen seit Gründung des Bürgerparks vor 150 Jahren für dieses Konzept verantwortlich. Vor dem Sitz der Park-Verwaltung – dem „Schweizerhaus“ im Wohnhausstil – stoßen wir fast mit rennenden Kindern zusammen. Der fünfjährige Jonas schaut zum 50 Jahre älteren Arthur P. Zapf: „Du bist aber ganz schön groß!“ Für den Stadtführer ein Vorteil: „1 Meter 95“, entgegnet er, „aber die Größe ist rein äußerlich.“
Seit zehn Jahren bietet Zapf Führungen durch den Park an. Damals war der - Zitat - "Bremer aus Leidenschaft" einer von wenigen. Inzwischen betreibt er seine eigene Firma namens "Arttours" und muss sich gegen dreißig andere Anbieter behaupten. „Da muss man sich immer den Kunden anpassen“, sagt Zapf, als wir weiter Richtung Parkmitte spazieren, „mal mehr Historie, mal mehr Natur, mal mehr Anekdoten.“
Gern hält der Stadtführer vor Bäumen inne, um auf Kleinigkeiten hinzuweisen: „Im Fichtenhain sind die Nadelbäume abwechselnd angeordnet, die Pflanzen am Boden lässt man aber einfach wachsen.“ - „Die kaukasische Flügelnuss bekommt im Herbst eine glänzend gelbe Farbe - wichtig für ein harmonisches Bild.“ - „Eine Scheinzypresse aus Nordamerika - auf diesen Ast dort setzen sich oft Leute und lesen ein Buch.“
Der Park hat verschiedene Bereiche für Pflanz- und Baumarten. Sie heißen "Buchendurchsicht", "Eichenhain" oder "Schmutzgraben". Nadelbäume gibt es im "Pinetum" am Schwanenteich. Einige Wildwiesen bleiben absichtlich bewachsen. „Schauen Sie mal genau da!“ Arthur P. Zapf zeigt auf ein Reh: „Hier leben Mensch und Tier friedlich nebeneinander – es gibt kaum Vandalismus.“ Wahrscheinlich ist auch dies ein Zeichen dafür, dass die Bremer Bürger selbst für den Park verantwortlich sind.
Die Führung mit dem versierten Arthur P. Zapf ist nicht nur für Touristen informativ - auch Bremer werden nach der zweistündigen Führung "ihren" Bürgerpark mit ganz anderen Augen sehen.
Nähere Infos zu Bürgerpark-Führungen mit Arthur P. Zapf gibt es bei Arttours Bremen: Telefon 0421/79 01 19 05 und 0174 / 454 70 19, E-Mail info@arttours-bremen.de






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