| Testen Sie Ihr Schweine-Wissen » |
Die Vielfalt gefällt. An den Ständen reihten sich die Besucher, darunter auch Familie Kohl, die von den Wettbewerben und Shows begeistert war. "Hier kann man sich nicht nur inspirieren lassen, sondern auch Tiere sehen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt." Die Messe "Bremen tierisch" zeigt in diesem Jahr neben Hunden erstmals auch andere Haustiere. "In den deutschen Wohnzimmern tummeln sich mehr als Hund und Katz. Dort kreucht und fleucht es auch", erläutert Messeorganisatorin Ilona Kross vom Verband für das Deutsche Hundewesen. Ziel sei es, mehr Menschen für Tiere zu begeistern und über ihre artgerechte Haltung zu informieren.
Schwerpunkt bleiben jedoch die bellenden Vierbeiner. Die drei größten Messehallen sind gefüllt mit Plätzen für Hundeschauen. Hier werden nach Hunderassen getrennt verschiedene Wettbewerbe ausgetragen. Auch Familie Geißler aus Nordrhein-Westfalen hat mit ihrem Wolfsspitz an einem tierischen Wettstreit teilgenommen. Austausch, Wettkampf und die Aussicht auf einen Titel sind ihr wichtig.
Insgesamt werden an beiden Messetagen rund 4500 Hunde aus 248 verschiedenen Hunderassen gezeigt. Viele der Zuschauer nehmen selber mit ihren Hunden teil, nicht wenige von ihnen züchten selbst. So wie Esemée Idema aus den Niederlanden, sie tritt mit ihrem ihrem Königspudel Julles an. Seit mehr als acht Jahren züchtet sie und ihre Familie Pudel und war mit ihnen schon mehrmals auf dem Siegerpodest.
Warum sie vor allem Königspudel mag, erklärt Esemée Idema in drei Worten: "Ausstrahlung, Intelligenz, Charme." Außerdem liebe Julles es, für die Auftritte herausgeputzt und verwöhnt zu werden. Familie Geißler sieht das genauso: "Charleen ist die Vorfreude auf eine Messe schon vor der Abfahrt anzumerken", sagt ihr Frauchen. Auch die Zweibeiner scheinen das Scheinwerferlicht zu genießen. Stets sind sie darauf bedacht, dass ihre Zöglinge im rechten Licht stehen.
Katzenhalter aus ganz Europa
Ähnliches, nur diesmal mit Katzen, ist am anderen Ende der Messehalle zu beobachten. Katzenhalter aus ganz Europa präsentieren ihre Tiere vor internationalen Preisrichtern. Dimitriy Gubenko aus der Ukraine ist einer von ihnen. Bevor er Noten vergibt, schaut er sich jede Katze genau an. Für einen guten Platz müssen die Standartmerkmale der jeweiligen Art erfüllt sein. Nur für die vorderen Plätze gibt es Punkte.
Der Wettkampftrubel wird immer wieder von kleinen und großen Showeinlagen unterbrochen. Dann drängen sich Menschentrauben an Absperrungen, um unter anderem zu sehen, wie die Hunde von Sabine und Markus Wolff Frisbees in der Luft fangen.
Zwischen den Hallen für Hunde und Katzen stößt der Besucher auch auf exotischere Tiere. In einem mit Tarnnetzen abgehängten Bereich trifft man auf Reptilien aller Art. "Das sind keine Kuscheltiere, aber sie sind auch nicht ekelig", erläutert Jörg Cordes aus Oyten seine Begeisterung für seine Schlangen. Im Verein Varan setzt er sich für den Artenschutz ein. Bei ihm gibt es sachliche Informationen, aber auch Hilfe. Zum Beispiel, wenn einem der Aufwand für ein Tier über den Kopf gewachsen ist.
Frank Mansholdt, der den Besuchern Vogelspinnen näher bringen will, hält die Messe für eine gute Gelegenheit zum Austausch. "Der erste Kontakt und das erste Interesse für Vogelspinnen entsteht häufig auf solchen Messen", weiß er aus Erfahrung. Deshalb zeigt er großen und kleinen Besuchern gerne seine Spinnen und informiert über die richtige Haltung und mögliche Gefahren. Beispielsweise sei der Biss der meisten Vogelspinnen zwar unangenehm, aber nicht tödlich, so Hansholdt. Viele Besucher gehen beim Anblick der haarigen Kleintiere einen Schritt rückwärts. Die meisten lauschen aber dennoch gebannt den Erläuterungen der Reptilien-Experten.
Ein paar Stände weiter gehen die Besucher weniger auf Distanz. Meerschweinchen, Hasen und Ratten werden gezeigt. Am Stand der "Rattenliebhaber und -Halter" geht es, neben praktischen Tipps zur Haltung der Nager, vor allem um den Abbau von Klischees. "Ratten sind wie kleine Hunde", sagt Nele Frank. Sie seien nur sehr mit Vorurteilen behaftet.
Hund als Helfer
Der Rückweg, Richtung Eingang, führt an helfenden Hunden vorbei. Unter dem Motto "Sozialpartner Hund" werden hier die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Vierbeiner gezeigt. "Angel" ist einer von ihnen. Er liegt ruhig in seiner Ecke, während Erik Kersting die Geschichte des Epilepsihundes erzählt. Angel ist speziell ausgebildet, um die ersten Symptome eines epileptischen Anfalls bei seinem Herrchen Christian Heiner zu erkennen und ihn zu warnen. Dies gibt Christian die Möglichkeit, sich frühzeitig auf die Anfälle einzustellen und Verletzungen, etwa bei Stürzen, zu vermeiden.
Die Messe "Bremen tierisch" ist auch am Sonntag, 31. Juli von 9 bis 17 Uhr geöffnet.


