Angebot der Uni Bremen

 - 03.02.2010

400 Bremer können Klimaschützer werden

Von Bernd Schneider
Bremen. Fenster aufmachen zum Lüften, ohne vorher den Heizkörper abzustellen - 70 Prozent der Bremer verhalten sich so nicht mehr, als Beitrag zum Klimaschutz. Das hat eine als repräsentativ angelegte Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen in über 800 Bremer Haushalten ergeben. Auf dieser Grundlage sollen jetzt 400 Haushalte zwei Jahre lang beim Energiesparen beraten und begleitet werden.
Zum Schutz der Erde können 400 Bremer dank eines Projektes der Uni Bremen zu Klimaschützern werden.
Zum Schutz der Erde können 400 Bremer dank eines Projektes der Uni Bremen zu Klimaschützern werden.

Inzwischen lassen fast 80 Prozent der Befragten Elektrogeräte nicht mehr im Stand-by-Modus laufen, über 70 Prozent geben an, 'umweltfreundliche Nahverkehrsmittel' zu nutzen. Wenn Bremen bis 2020 sein Klimaziel von 40 Prozent CO2-Einsparung gegenüber 1990 erreichen will, dann müssen nicht nur Politik und Wirtschaft umdenken, sondern jeder einzelne - das meinen über 85 Prozent der Befragten. Die weitaus meisten würden sich sogar beteiligen.

Eine neue Gelegenheit dazu gibt ihnen das Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH (ifib) mit Sitz an der Uni. Mit Geld der Deutschen Forschungsgemeinschaft erkundet ein Forschungsprojekt die Frage: Wie lässt sich der einzelne möglichst effektiv unterstützen im Bemühen, sich klimabewusster zu verhalten? Zwei Informationswege werden verglichen: Internet und die Kombination aus Info-Schreiben plus Veranstaltungen. In Abständen von einigen Wochen sollen die Teilnehmer Fragen zu direkten und indirekten Energie-Verbrauch beantworten.

4000 zufällig aus dem Melderegister ausgewählte Bremer bekommen deshalb jetzt Post von der Bremer Energie Konsens und dem ifib. Zehn Prozent, so hofft der Leiter der Studie, Herbert Kubicek, werden sich beteiligen.

Um die Konkurrenz zwischen den Teilnehmern anzustacheln, soll ein CO2-Rechner Zwischenergebnisse veröffentlichen. 'Dann weiß jeder, ob er über oder unter dem Durchschnitt liegt.' Solche Anreize, so Kubicek, hätten sich in Studien als äußerst erfolgversprechend erwiesen.

'An dieser Stelle finde ich den Wettbewerbsgedanken mal sehr positiv', sagte Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne) gestern, als das Projekt öffentlich vorgestellt wurde. Er finde es richtig, wenn Bürger die Verantwortung für den Klimaschutz auch selbst in die Hand nehmen. Das dürfe nur keine Trotzreaktion sein, nach dem Motto: 'Wenn die das in Kopenhagen nicht hinkriegen, nehmen wir das eben selber in die Hand.' Die Politik flankiere bereits umweltbewusstes Verhalten, etwa über Fördertöpfe für erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Gebäudesanierung.

Wer teilnehmen möchte, erfährt mehr unter 2187375; www.e2democracy.eu/ichmachemit




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