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'Es handelt sich um kurzfristig aufgetretene Liquiditätsprobleme', sagt Hansa-Pressesprecher Bodo Barwig. Eine Bank sei aus einer Finanzierung ausgestiegen und habe die Gruppe so zu dem Schritt gezwungen. 'Wir sind nicht pleite, wie das Wort ,Insolvenz' unterstellt. Das Verfahren soll uns helfen, das Unternehmen neu zu strukturieren und zu reorganisieren.' Der Betrieb in allen Einrichtungen soll in vollem Umfang weitergehen: 'Wichtige Lieferanten haben bereits zugesagt, weiter mit uns zusammenzuarbeiten.' Jetzt gehe es darum, eine langfristige Finanzierung sicherzustellen.
Neue Projekte
'Wir haben ja auch neue Projekte, die wir gerade bauen', sagt Barwig. Das klingt nicht nach Unternehmensende. Ebenso wenig wie die zurzeit laufenden Stellenausschreibungen, die auf der Internetseite der Hansa-Gruppe zu finden sind. Man müsse immer Personal ersetzen und wolle eben auch expandieren.
Das sind gute Nachrichten für die Angestellten, von denen gestern sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven jedoch niemand etwas zur Situation sagen wollte. In der Seestadt wird es heute eine Mitarbeiterversammlung geben, auf der das weitere Vorgehen vorgestellt wird. Sicher ist nach Angaben der Insolvenzverwalter aber, dass die Gehälter bis Mai weiter gezahlt werden. Das hätten Gespräche mit der Arbeitsagentur ergeben. Dann soll auch entschieden sein, ob das Insolvenzverfahren überhaupt eröffnet wird.
Die Personalkosten sind aber auch ein Problem bei der Finanzierung, wie Barwig berichtet. 'Die Pflegesätze reichen nicht zur Deckung der Tarifkosten.' Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Oldenburg kritisiert dies ebenfalls: 'Diese Entwicklung ist eng mit den niedrigen Pflegesätzen in Niedersachsen verbunden', sagt der Vorsitzende des Weser-Ems-Bezirksverbandes der AWO, Harald Groth. Anders als in anderen Bundesländern gebe es in Niedersachsen keinen einheitlichen Standard bei der Refinanzierung der Kosten. Das niedersächsische Sozialministerium weist die Kritik prompt zurück.
Die Hansa-Gruppe betreibt unter anderem drei eigene Heime in Bremen-Nord: in Lesum, an der Ihle und Forum Ellener Hof. In Bremerhaven ist sie Hauptgesellschafter des Seniorenzentrums am Bürgerpark, des Pflegezentrums am Bürgerpark und des Marie-von-Seggern-Heims. Auch in Oldenburg, Wilhelmshaven und Papenburg sowie an Standorten in Nordrhein-Westfalen ist das Unternehmen aktiv. Zwar handele es sich um eigenständige Firmen, sagt Barwig. Da diese aber 'organschaftlich' mit der Hansa verbunden sind, zieht die Insolvenz alle mit.
Die Partei Die Linke fordert unterdessen für Bremerhaven, die einstmals stadteigenen Heime durch den Magistrat zurückkaufen zu lassen. Die Einrichtungen sind die Einzigen, die die Hansa-Gruppe übernommen hat - alle anderen sind selbst errichtet worden. Die Privatisierung in Bremerhaven sei 'ein völliger Reinfall' gewesen, sagt der linke Bürgerschaftsabgeordnete Walter Müller. Er wiederholt damit seine Forderung aus dem Juli des vergangenen Jahres.
Damals war massive Kritik an den Zuständen in den Heimen aufgekommen. Mitarbeiter sollen trotz anderslautender Verträge aus dem Unternehmen gedrängt worden sein, der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat die Qualität der Pflege bemängelt, ebenso wie die Organisation und Dokumentation. Auch wenn es in den vergangenen Monaten ruhiger um diese Probleme geworden ist: Gelöst scheinen sie nicht zu sein. Das jedenfalls legt Müllers Kritik nahe. 'Unter dem Dach der Hansa-Gruppe lief nichts mehr so, wie es sollte.' Statt umfassende Pflegezeiten eingerichtet zu bekommen, habe es gegolten, 'Heiminsassen' möglichst kostengünstig zu behandeln. 'Die Mitarbeiter genossen kaum Rechte.'
Und die haben jetzt in allen Häusern Angst um ihre Jobs. Auch wenn die Insolvenzverwalter danach streben, die Firma zu erhalten. Wie es weitergeht, sei aber erst im Frühsommer klar, hieß es.


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