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Zu prominenten Opfern wurden gestern die Schauspieler Veronica Ferres und Mario Adorf, die derzeit einen Film auf dem Kreuzfahrtschiff 'Delphin' drehen. Sie landen unfreiwillig in der kroatischen Hafenstadt Split statt wie ursprünglich geplant in Athen. Offenbar hat das von Hansa Kreuzfahrten vertriebene Schiff den Kurs gewechselt, um sich möglichen Forderungen von Gläubigern zu entziehen. Bereits in der vergangenen Woche war die 'Delphin' nach einer beim Handelsgericht Nizza erwirkten einstweiligen Verfügung als Bankgarantie an der Côte d?Azur festgehalten worden. Dabei war es laut französischen Zeitungsberichten um offene Forderungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro gegangen. Deswegen war eine Kreuzfahrt abgesagt worden, 400 Passagiere mussten unverrichteter Dinge von Bord. Erst einige Tage später setzte die 'Delphin' ihre Fahrt fort.
Nun hat es die von der Delphin-Gruppe gemietete 'Delphin Voyager' getroffen, die vom Eigentümer, der griechischen Reederei Louis Group, nach Piräus zurückbeordert und dort an die Kette gelegt wurde. Erneut mussten 400 Passagiere, die eigentlich für eine Reise nach Istanbul gebucht hatten, zwei Tage früher ihre Fahrt abbrechen. Auch hier gibt es einen mittlerweile vor Gericht ausgetragenen Streit um Geld. Angeblich hatte die Reederei Umbauten nicht wie vereinbart ausgeführt und trotzdem die Charterrate nicht gesenkt.
Damit ist jetzt offen, wie es mit der Kreuzfahrtgruppe und ihren drei auch in Bremerhaven bestens bekannten Schiffen weitergeht. Neben der 'Delphin', die Hey seit 1995 nach einem 100 Millionen D-Mark teuren Totalumbau auf der Bremerhavener Lloyd Werft gehört, und der 'Delphin Voyager' war in der abgelaufenen Saison auch die 'Princess Daphne' gechartert und sowohl von Hansa als auch von Delphin eingesetzt worden. Der Zeitvertrag war am Sonntag planmäßig ausgelaufen. Unter der Regie von Hansa laufen zudem noch zwei Flusskreuzfahrtschiffe.
Man gehe davon aus, dass der Insolvenzverwalter den Betrieb aufrechterhalte, hieß es beim Unternehmen. Passagiere sollen möglichst auf vergleichbare Schiffe von anderen Reiseveranstaltern umgebucht werden, etwa zu TransOcean mit der 'Astor', Plantours mit der 'Vistamar' (beide aus Bremen) oder zu Phoenix Seereisen (Bonn) mit insgesamt vier Schiffen.
Delphin Kreuzfahrten war 1981 in Offenbach gegründet worden. Seit 1996 ist der gelernte Ingenieur Heinz-Herbert Hey alleiniger Gesellschafter. Er vereinte Delphin und Hansa unter einem gemeinsamen Firmendach in Hamburg und hegte sogar ambitionierte Neubaupläne. Jahrelang hielt sich das Gerücht, er wolle ein Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiff für 850 Passagiere auf einer deutschen Werft bauen lassen, etwa auf der Lloyd Werft. Sogar der Name stand schon fest - 'Delphin Dynasty'. Der Plan konnte nie umgesetzt werden, weil das Geld für eine solche Millionen-Investition fehlte. Inzwischen geht es für Hey und seine Mitarbeiter an Land und auf See um die nackte Existenz.


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