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Doch mehr als die Hälfte aller Haushalte in Deutschland muss ab Januar 2011 für Strom wieder tiefer in die Tasche greifen. Nach Angaben des Internetportals toptarif.de kündigten bis Mitte November gut 186 Versorger an, ihre Preise im Schnitt um 7,4 Prozent zu erhöhen. Damit wird die erhöhte EEG-Umlage praktisch vollständig an die Kunden weitergegeben. Zu den Unternehmen, die Preise erhöhen werden, gehören bis auf E.ON auch die Großen der Strombranche RWE, EnBW und Vattenfall.
Jürgen Scheurer vom Portal verivox.de geht davon aus, dass es am Ende mehrere Hundert Versorger sein werden, die Anpassungen nach oben vornehmen: 'Es gibt praktisch keine Senkungen.' Bis Ende dieser Woche müssen die Stromanbieter ihre Preisänderungen ankündigen, damit sie noch rechtzeitig zum 1. Januar in Kraft treten können.
Die neue Preisrunde in der Strombranche zeichnete sich bereits Mitte Oktober ab, als die Netzbetreiber ankündigten, dass die EEG-Umlage um 70 Prozent auf rund 3,5 Cent je Kilowattstunde steigen werde. Den Grund für den Anstieg sehen die Unternehmen vor allem in der Zunahme von Solaranlagen. Der Bundesverband der Energieverbraucher hält dagegen und spricht von Diffamierung der Erneuerbaren Energien. Nicht die Erneuerbaren seien Schuld, sondern die überzogenen Preise der Stromkonzerne.
Für die Stromkunden sollen sich die Belastungen aus der EEG-Umlage 2011 laut Schätzung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von rund 8,2 Milliarden Euro 2010 auf 13,5 Milliarden Euro erhöhen. Mit der EEG-Umlage soll der Ausbau von erneuerbaren Energien gefördert werden. Da Strom aus Wind oder Sonne derzeit noch teurer ist als aus Kohle oder Kernenergie, zahlen die Verbraucher die Differenz zu den Marktpreisen über eine Umlage.
Auch wenn noch nicht alle Unternehmen Signale gegeben haben, ist das Bild relativ klar: Rund die Hälfte derer, die Anpassungen ankündigten, wälzen die erhöhte Umlage in Teilen ab. Jeder fünfte Versorger liegt deutlich über und bei jedem dritten wird in etwa die Höhe des EEG-Zuwachses erreicht. Nach Angaben von verivox.de errechnen sich aus den neuen Strompreisen für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowatt Mehrbelastungen von 70 Euro. Dabei empfehlen Bundesnetzagentur und Verbraucherschützer immer wieder den Anbieterwechsel: Hierdurch könnten mehrere 100 Euro jährlich gespart werden.


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