| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Knapp 30 Prozent aller bundesweit Beschäftigten sind heute bereits in diesen sieben Segmenten versammelt. In Bremen liegt deren Anteil sogar bei 37,7 Prozent, das entspricht 90000 Arbeitsplätzen, ein absoluter Spitzenwert. Was aber oft neben den reinen Produktionsstätten fehlt, sind Firmenzentralen großer Unternehmen. „Vor allem in deren Nähe siedeln sich hochkarätige Forschungseinrichtungen und Dienstleistungsanbieter für technologie- und wissensintensive Produkte an“, sagt Peter Kaiser, Leiter der Prognos-Studie. Das sei im Südwesten viel häufiger der Fall.
Zum Beispiel im Fahrzeugbau, zu dem die Autoren des Gutachtens auch die Luft- und Raumfahrt zählen. Bremen hat zwar zwar das Mercedes-Werk, baut Airbus-Landeklappen und auch Ariane-Oberstufen, sei aber eher nur eine Art „verlängerte Werkbank“, erklärt Kaiser. Dadurch gingen wichtige Punkte verloren. Und auch in der Dichte über alle sieben Segmente kann Bremen nicht ganz mit den Top-Platzierten mithalten. Hamburg und Berlin sind in fünf der sieben Bereiche weit vorn dabei, Bremen ist in der Logistik (Platz6) und im Fahrzeugbau (Platz 17) unter den Top 25, aber auch im Bereich Mess-, Steuer- und Regeltechnik (Platz 15). Dazu zählten die in Bremen stark ausgeprägten Segmente Robotik und Sensorik sowie zahlreiche maritime Zulieferer.
Da ist Bremen der drittstärkste Standort in Deutschland, aber eben in einer kleinen Branche mit rund 200000 Beschäftigten. Im viel mächtigeren Gesundheitswesen (zwei Millionen Beschäftigte) ist die Hansestadt hingegen nicht Top, sondern „nur“ überdurchschnittlich stark. Heiner Heseler, Staatsrat im Wirtschaftsressort, ist dennoch mit den Ergebnissen zufrieden. „Für Bremen ist das die Bestätigung, dass es in die richtige Richtung geht.“ Er gibt zudem zu bedenken, dass wichtige Cluster vermutlich nicht oder nur zum Teil in die Erfassung eingeflossen seien.
Wie die Windenergie, wo sich das Land Bremen zum führenden deutschen Standort entwickelt habe. „Eigentlich stehen wir also noch viel besser da“, meint Heseler. Es gebe jedoch angesichts des harten Konkurrenzkampfs keinen Grund, sich zurückzulehnen. „Wie man sieht, holen andere Regionen auf oder versuchen wegzuziehen“, warnt der Staatsrat. Bremen dürfe die Anstrengungen daher nicht zurückfahren. Heseler benennt das aus seiner Sicht größte Problem. „Beim Wissens- und Technologietransfer zwischen Forschung und Wirtschaft gibt es den größten Nachholbedarf und in der Zukunft noch einiges zu tun.“





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