Modernisierung von Bahnhöfen

 - 31.01.2012

Bahn investiert am wenigsten in Bremen

Bremen/Nürnberg . Die Deutsche Bahn hat in den vergangenen drei Jahren knapp die Hälfte ihrer Bahnhöfe modernisiert und neue Strecken für schnellere Verbindungen gebaut. Bremen ist Schlusslicht bei den Investitionen.
In Bremen St. Magnus sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen.
Auch der Bahnhof Bremen St. Magnus wurde modernisiert.

Die Bundesregierung hatte dafür rund 1,4 Milliarden Euro aus Mitteln des Konjunkturprogramms bereitgestellt, weitere 100 Millionen Euro investierte das Unternehmen aus eigener Tasche. "Das Ergebnis des Konjunkturprogramms ist ein Gewinn für alle Bahnkunden", sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Dienstag zum offiziellen Abschluss der Maßnahmen am Nürnberger Hauptbahnhof. "Sechs Millionen Reisende profitieren täglich davon." Doch es gibt auch Kritik: Dem Fahrgastverband Pro Bahn gehen die Maßnahmen nicht weit genug.

2100 der rund 5400 Personenbahnhöfe haben laut Bahn eine Art Frischzellenkur erhalten. Die meisten davon wurden mit digitalen Anzeigetafeln ausgestattet, andere bekamen neue Wetterschutzhäuschen - oder wurden behindertengerecht umgebaut. Allein in neue Aufzüge, Rampen und Rolltreppen flossen 55,7 Millionen Euro. Zudem wurden zahlreiche Empfangsgebäude energetisch saniert und besser gedämmt oder denkmalgerecht renoviert - zum Beispiel an den Hauptbahnhöfen Osnabrück, Dessau, Eisenach, Worms, Rosenheim und Konstanz.

1,2 Millionen Euro für Bremen

Die meisten Stationen wurden in Baden-Württemberg (368) und Nordrhein-Westfalen (359) saniert, gefolgt von Bayern (250) und Hessen (223). Schlusslicht ist Bremen mit neun Bahnhöfen. Unter anderem wurden in Lesum, Walle und Bremerhaven-Wuldsdorf insgesamt 1,2 Millionen Euro investiert, um neue Aufzüge, Schilder, Sitzgelegenheiten und Orientierungshilfen für Sehbehinderte zu installieren. In Bremen St.-Magnus dauern die Renovierungsarbeiten noch an. Weitere Modernisierungen sind nach Auskunft eines Bahnsprechers für Bremen in diesem Jahr nicht geplant. In Niedersachsen sind 151 Bahnhöfe für 19 Millionen Euro überarbeitet worden. Kirchweyhe und Osterholz-Scharmbeck sollen unter anderem noch saniert werden.

Von den Verbesserungen profitieren den Angaben zufolge vor allem Reisende in ländlichen Gebieten. "Ein besonderer Schwerpunkt des Konjunkturprogramms lag auf der Modernisierung kleiner und mittlerer Bahnhöfe", sagte Grube.

Neben mehr Komfort sollen Fahrgästen hier auch bessere Anbindungen zugutekommen. In neue Schienennetze und schnellere Verbindungen investierte der Bund 960 Millionen Euro. Reisende von Berlin nach Görlitz sind jetzt beispielsweise rund 100 Stundenkilometer schneller unterwegs.

Rund 650 Millionen Euro flossen nach Angaben von Bahn und Ministerium in laufende Bauprojekte. Das kam vor allem den Strecken Nürnberg-Erfurt, Karlsruhe-Basel, Mainz-Mannheim, Berlin-Görlitz, die Anbindung des Flughafens Berlin Brandenburg und der Mitte-Deutschland-Verbindung zugute. Jeweils rund 115 Millionen Euro seien in bestehende Strecken des Regionalverkehrs und Stellwerke investiert worden.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wertete das Konjunkturprogramm als Erfolg, räumte aber ein: "Es ist noch viel zu tun." 2100 modernere Bahnhöfe in Deutschland seien zwar ein Fortschritt. "Aber es ist noch nicht einmal die Hälfte." Bis 2015 stellt der Bund eine Milliarde Euro zusätzlich für Verbesserungen im Schienenverkehr bereit.

Kritikern gehen die Veränderungen noch nicht weit genug: "Das Konjunkturprogramm hat schon deutliche Fortschritte gebracht", sagte der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, der dpa. "Aber es reicht nicht aus, den Bahnsteig schöner zu machen und ein paar Sitzplätze hinzustellen." Künftig müssten auch das Bahnhofsgebäude und der Vorplatz besser instand gehalten werden.

Bahnchef Grube kündigte für die kommenden Jahre weitere Verbesserungen an. "Bis 2014 erhalten fast alle Bahnhöfe einen Wetterschutz", sagte er. Reisende könnten sich bis 2015 zudem an 2500 weiteren Bahnhöfen über digitale Schriftanzeigen informieren. "Es muss jetzt weitergehen", sagte Grube. "Die Bahnhöfe sind das Tor zur Bahn, deshalb wollen wir die Attraktivität der Bahnhöfe weiter verbessern." (dpa, gor)






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