Neuartige LED-Anlagen

 - 07.02.2012

Verdener verwandeln Hauswände in Kinos

Von Sebastian Manz
Bremen. Mithilfe von LED-Technik will ein Unternehmen aus Verden gewöhnliche Glasfassaden in überdimensionale Bildschirme verwandeln. Besonders in den jungen Metropolen am Persischen Golf erhoffen sich die Niedersachsen große Nachfrage für ihr Produkt. Aber auch in Bremen könnte bald die ein oder andere Fassade in Bewegung geraten.
Die Grafik zeigt, wie sich die Verdener ihre Technik im Einsatz vorstellen: Der Bremer Weser Tower könnte mithilfe von LED-Technik zum überdimensionalen Bildschirm werden.
Die Grafik zeigt, wie sich die Verdener ihre Technik im Einsatz vorstellen: Der Bremer Weser Tower könnte mithilfe von LED-Technik zum überdimensionalen Bildschirm werden.

"Das Ding ist eine Gelddruckmaschine", sagt Reinhard Cordes. Der Chef des Verdener Unternehmens Frerichs Glas spart nicht mit Superlativen, wenn er von seinem neuesten Produkt spricht. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig hat das glasverarbeitende Unternehmen eine Möglichkeit entwickelt, mithilfe von LED-Technik ganze Häuserfassaden als riesige Bildschirme zu nutzen. Rund 1,6 Millionen Euro hat das mittelständische Unternehmen in die Entwicklung des Projekts gesteckt.

Laut Cordes soll die Medienwand funktionieren, ohne die Menschen im Gebäudeinneren zu behelligen. Möglich machen soll das ein transparenter LED-Schirm, der unmittelbar auf das vorhandenen Fensterglas installiert wird. Je nach Größe und Form der gläsernen Fassade bieten die Verdener passgenaue Module an, die anschließend miteinander vernetzt werden. So entsteht aus vielen Einzelelementen ein Gesamtbild. Die Technik kann laut ihren Herstellern in beinahe jede Glaswand installiert werden.

"Herkömmliche Medienwände haben den Nachteil, dass sie ein hohes Gewicht haben und blickdicht sind - das Gebäudeinnere wird abgedunkelt und die Architektur verschwindet hinter dem Schirm", sagt der Geschäftsführer Walter Tietz. Zwar dämpfe auch die Verdener Lösung den Lichteinfall um etwa zehn Prozent, doch sei dieser Faktor für das menschliche Auge kaum wahrzunehmen. Im Prinzip setzt sich der Bildschirm aus Drähten zusammen, auf denen LED-Leuchten angebracht sind. Diese Drähte, vergleichbar mit der Heckscheibenheizung eines Autos, sind die einzige augenfällige Veränderung.

Zur Gelddruckmaschine kann die Medienfassade laut Reinhard Cordes werden, indem ihre Besitzer Sendezeiten an Werbekunden verkaufen. Der Unternehmer hat sich informiert, welche Tarife für Reklameeinspielungen im öffentlichen Raum - etwa in Einkaufszentren - erhoben werden und kommt zu dem Schluss, dass sich bei günstiger Lage die Anschaffung der Technik schon innerhalb eines Jahres amortisieren kann. In diesem Zeitraum müssten künftige Eigner der Medienwand eine halbe Million Euro einnehmen. Denn das ist der Mindestpreis, den eine Bewegtbild-taugliche Fassade kosten soll - bei einer Lebensdauer von zehn bis zwölf Jahren. Die Bedienung der Anlage ist nach Angaben der Hersteller relativ simpel. Theoretisch können demnach Dutzende Medienwände weltweit vom heimischen Laptop aus gesteuert werden.

Noch haben die Verdener keine Medienfassade realisiert. Doch die ersten Projekte nehmen laut Reinhard Cordes bereits Formen an. "Wir haben Anfragen aus allen Kontinenten." Um das Geschäft mit dem neuen Produkt international besser betreiben zu können, hat der 64-Jährige eigens eine neue Gesellschaft namens "Only Glass" gegründet. Besonders im Mittleren Osten will sich das Unternehmen zunächst um Kunden bemühen.

In den wohlhabenden Metropolen der Vereinigten Arabischen Emirate sieht Cordes großes Potenzial. Auf einer Messe im vergangenen Jahr haben die Verdener ihr Produkt in der Region bereits vorgestellt. Ab März ist "Only Glass" dann sogar mit einem eigenen Büro in Dubai vertreten. Familienunternehmer Cordes sieht in dem LED-System die Möglichkeit, seinem lokal aufgestellten Betrieb neue Märkte zu erschließen. "Wir haben es jetzt geschafft, mit einem Glas-Produkt in einen Hightech-Markt zu kommen", ist er sich sicher.

Reinhard Cordes will nicht ausschließen, dass eines Tages Medienwände aus Verdener Herstellung auch Bewegung in Bremer Fassaden bringen. Mit den zuständigen Genehmigungsbehörden in der Hansestadt hat der Unternehmer vorsorglich schon einmal gesprochen. "Von deren Seite gibt es keine grundsätzlichen Bedenken", berichtet er. Allein unter den bisherigen Interessenten aus Bremen habe sich bislang noch niemand endgültig für die Anschaffung einer Medienwand entschieden.





Finden Sie Artikel aus Bremen

  • Vahr
  • Alte Neustadt
  • Überseestadt
  • Findorff-Bürgerweide
  • Ohlenhof
  • Peterswerder
  • Huchting
  • Blockdiek
  • Grolland
  • Neustadt
  • Hohentor
  • Hohweg
  • Neuenland
  • Mahndorf
  • Weidedamm
  • Seehausen
  • Neue Vahr Südwest
  • Östliche-Vorstadt
  • Mitte
  • Hastedt
  • Sebaldsbrück
  • Steffensweg
  • Arsten
  • Ellenerbrok-Schevemoor
  • Neustädter Hafen
  • Bremen
  • Ostertor
  • Schwachhausen
  • Blockland
  • Arbergen
  • Gröpelingen
  • Horn-Lehe
  • Strom
  • Utbremen
  • Radio Bremen
  • Mittelshuchting
  • Rablinghausen
  • Fesenfed
  • Kattenturm
  • Neu-Schwachhausen
  • Gete
  • Industriehäfen
  • Borgfeld
  • Lindenhof
  • Hemelingen
  • Buntentor
  • Hohentorshafen
  • Oberneuland
  • Sodenmatt
  • Häfen
  • Osterfeuerberg
  • Findorff
  • Pusdorf
  • Osterholz (Stadtteil)
  • Altstadt
  • Steintor
  • Gartenstadt Süd
  • Riensberg
  • Ellener Feld
  • Lehe
  • Bahnhofsvorstadt
  • Obervieland
  • Huckelriede
  • In den Hufen
  • Horn
  • Lehesterdeich
  • Kirchhuchting
  • Gartenstadt Vahr
  • Oslebshausen
  • Regensburger Straße
  • Woltmershausen
  • Habenhausen
  • Neue Vahr Nord
  • Bürgerpark
  • Hulsberg
  • Hafen
  • Kattenesch
  • Neue Vahr Südost
  • Südervorstadt
  • Westend
  • Walle
  • Barkhof
  • Tenever
  • Östliche Vorstadt
  • In den Wischen

TOP in Bremen


Testen Sie Ihr Wissen

Innenstadt

Macht Video-Überwachung die Stadt sicherer?

48% (371 Stimmen)
Auf jeden Fall - Straftäter werden wirkungsvoll abgeschreckt.
22% (168 Stimmen)
Nein, die Kriminalität verlagert sich an nicht-überwachte Orte.
30% (236 Stimmen)
Diese Observation führt direkt in den Überwachungsstaat.

Wetter - Mittwoch, 23. Mai

Temperatur:
27°C / 12°C
Vormittag: wolkig Nachmittag: wolkig
30%   Regenwahrscheinlichkeit:
Das Wetter wird präsentiert von

Innenstadtplanung in Bremen

Ob Umweltzone, Bahnhofsplatz, Klinik-Neubau oder die Neugestaltung des Lloydhofes - die Bremer Innenstadt verändert sich stetig. Die Berichterstattung rund um die Innenstadtplanung in Bremen sammeln wir in unserem Online-Dossier.

Aktuelle Ratgeber-Themen aus Bremen

Verbrauchertipps rund um Freizeit, Karriere und Leben in Bremen stellen wir hier regelmäßig zusammen.

Reise: Kinderpass rechtzeitig beantragen

Wohnen: So erhöhen Mieter die Wohnsicherheit

Benzinpreise: Kraftstoffe und Alternativen

Jobsuche: So bewerben Sie sich richtig

Internet: Datenschutz im Netz

Sparen: Rechner und Vergleiche

Stadtführungen durch Bremen

Bremen entdecken – sei es als Tourist beim ersten Besuch oder als Alt-Bremer, der seine Stadt einmal unter einem neuen Aspekt erkundschaften möchte. Wir stellen in unserer Serie verschiedene Stadtführungen vor, die nicht alltäglich sind. Kultur-Jogging im Hafen, Bremens Unterwelten oder Schätze im Bürgerpark - auf unserer Sonderseite finden Sie alle bisher erschienen Rundgänge.

Informationen zu Finanzen

Sport in Bremen

Hier gibt es die Sportmeldungen aus Bremen.

WESER-KURIER Kundenservice

Unsere Leser...

...schreiben im Forum
...kommentieren Artikel
Kampf um die Nummer eins ist eröffnet
DeJazz am 23.05.2012
Als erstes möchte ich euer aller Umgang miteinander kritisieren, wie man sich hier teilweise…
Kampf um die Nummer eins ist eröffnet
Nordbremer am 23.05.2012
> djtose1983 am 23.05.2012 um 15:16:20 > > > > > Weißt Du überhaupt, was "sachlich"…

Veranstaltungen

Suche nach Einträgen

Das Jugendportal des WESER-KURIER

Events, Partypics, Szene-News und mehr »

Tickets

Karten für Theater, Konzerte und andere Veranstaltungen gibt es in unserem Ticketshop. mehr »