Großen deutschen Kaffeekonzernen drohen jetzt Millionen-Geldbußen. Das berichtete gestern Welt-online. Betroffen sind demnach Tchibo, Melitta, Dallmayr und ein viertes, bisher nicht genanntes Unternehmen. Die beteiligten Firmen sollen in den vergangenen Jahren mehrfach Preisabsprachen getroffen haben.
Im Juli 2008 hatte das Bundeskartellamt wegen des Verdachts auf verbotene Preisabsprachen bei mehreren deutschen Kaffee-Herstellern Durchsuchungen vorgenommen. Der Kraft Foods Konzern, unter dessen Dach Marken wie Jacobs Krönung und Kaffee Hag hergestellt werden, war von den Durchsuchungen nicht betroffen, hatte Unternehmenssprecherin Silke Trösch dieser Zeitung damals auf Nachfrage versichert. Besuch von den Kartellbehörden hatte allerdings Melitta in Bremen bekommen. Tchibo in Hamburg und Dallmayr in München hatten die Durchsuchungen ebenfalls bestätigt.
Es ist das erste Mal, dass die Kaffee-Branche ins Visier der Kartellbehörden geraten ist. Die verbotenen Absprachen sollen immer am Wochenende stattgefunden haben - 'beim Kaffeekränzchen mit Ehefrauen', schreibt Welt-online. Demnach traf man sich in trauter Runde in Norddeutschland, mal auf Sylt, mal in Bremen. Während die Ehefrauen shoppen gingen, sollen die Herren Manager sich über die Kaffeepreise verständigt haben. Aufgeflogen sind die illegalen Runden, weil ein Beteiligter geplaudert hat. Da die Teilnehmer nicht darauf geachtet haben, entsprechende E-Mails und Eintragungen im Kalender zu beseitigen, fielen die Beweise wohl eindeutig aus.
Jetzt drohen Bußgelder in Millionenhöhe. Die Bescheide sollen noch im Dezember zugestellt werden, denn die Kartellbehörde will die Verfahren noch in diesem Jahr abschließen.

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