Zunächst sickerte am Sonntag durch, dass Oaktree in Bremen Strafanzeige gegen Stolberg gestellt hat. Von der Staatsanwaltschaft gab es dazu nur ein paar dürre Worte: Der Reeder habe den Investor nicht richtig über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens informiert.
Am späten Abend dann meldete die Financial Times Deutschland, es habe bereits am Donnerstag in Hamburg ein Geheimtreffen gegeben, bei dem Oaktree Emissionshäuser und Banken aufgefordert habe, Charterraten und Forderungen aus Krediten zu reduzieren. Das Blatt: „Andernfalls werde Beluga Insolvenz anmelden.“ Betroffen seien Tausende Anleger auch mehrerer norddeutscher Finanzhäuser, darunter die Bremer Landesbank, Oltmann aus Leer und Nordkontor.
Beluga beschäftigt inzwischen auch die Politik. Der Bremer Wirtschaftsstaatsrat Heiner Heseler betonte, der Beluga-Firmensitz müsse in Bremen bleiben. Der niedersächsische CDU-Fraktionschef Björn Thümler aus Berne berichtet dagegen, Stolberg prüfe, wie er das Übernahmebegehren von Oaktree verhindern könne. Oaktree hält derzeit 49,5 Prozent der Firmenanteile.