Krise bei der Bremer Beluga-Reederei

 - 24.03.2011

Offshore-Sparte ist auch insolvent

Von Krischan Förster
Bremen. Die Insolvenzwelle bei Beluga hat jetzt auch die Offshore-Sparte voll erfasst: Am Donnerstag ist die Beluga Offshore Cable per Antrag beim Bremer Amtsgericht für zahlungsunfähig erklärt worden.
Mit Schwerguttransporten wie Teilen eines Reaktors verdiente die Reederei Beluga lange Jahre gutes Geld.
Mit Schwerguttransporten wie Teilen eines Reaktors verdiente die Reederei Beluga lange Jahre gutes Geld.

Die Unternehmenstochter sollte spezielle Kabelleger planen, bauen und betreiben, mit deren Hilfe Stromleistungen von den Offshore-Windparks ans Land verlegt worden wären. Damit kann auch die Lloyd Werft ihre Hoffnungen begraben, ein erstes Schiff für Beluga zu bauen. Die Verhandlungen waren bis zum Ausbruch der Krise bereits sehr erfolgreich geführt worden, letzte Finanzierungsdetails waren aber noch offen, als bei Beluga das Ausmaß der wirtschaftlichen Misere sichtbar wurde und der US-Finanzinvestor Oaktree die Macht übernahm.

Gestern wurde zudem bekannt, dass mit der Beluga Hilgefort Construction ein zweites Joint Venture ohne viel Aufhebens im dem Handelsregister gelöscht worden ist. Zusammen mit dem niedersächsischen Anlagenbauer Hilgefort wollte Beluga auch Fundamente für Offshore-Windkraftanlagen anbieten. Die Entscheidung sei einvernehmlich mit Oaktree gefallen, sagte Firmenchef Ulrich Hilgefort dieser Zeitung. „Schade, es hatte viele Spaß gemacht.“

Jetzt existiert noch die Kerngesellschaft Beluga Offshore und ein weiteres Joint Venture – Beluga Hochtief Offshore. Dieses Unternehmen, gegründet gemeinsam mit dem Essener Baukonzern Hochtief lässt derzeit ein sogenanntes Errichterschiff in Polen bauen. Angeblich gibt es auch lukrative Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe. Gerätselt wird in der Branche, ob Oaktree dieses Engagement aufrecht erhalten oder versuchen wird, die eigenen Anteile an BBO zu verkaufen.






Dossier zur Krise der Beluga-Reederei

Am 28. Februar 2011 berichtete der WESER-KURIER von Übernahmeplänen der Bremer Reederei Beluga durch den US-Hedgefond Oaktree. In unserem Online-Dossier finden Sie ausführliche Informationen rund um die Reederei, ihren Ex-Chef Niels Stolberg und die Folgen der Insolvenz in Bremen.

Chronologie der Beluga-Krise

Lange galt Beluga als erfolgreichste Reederei Bremens und ihr Gründer Niels Stolberg als Vorzeigeunternehmer der Stadt. Doch dann wird Stolberg überraschend entmachtet, wenige Wochen später ist Beluga dem Untergang geweiht. Wir erinnern an die dramatischen Ereignisse und berichten über die neuesten Entwicklungen.

 

Niels Stolberg

Das Verfahren

Die Insolvenz

Reederei und Flotte

Der Investor

Die Banken

Beluga School for Life

Das Offshore-Geschäft

Experten-Videos zur Beluga-Krise

Krischan Förster, Wirtschaftsredakteur des WESER-KURIER und Experte in Sachen Beluga, gibt in unseren Video-Interviews Einschätzungen zur Insolvenz der Bremer Reederei.

 

Video-Interview vom 24. März 2011

Video-Interview vom 18. März 2011