Wegen ausgebliebener Zahlungen und der folgenden Insolvenzwelle in den vergangenen zwei Wochen waren bereits zwei Schiffe in Südafrika und Neukaledonien arrestiert worden. Auch den anderen verbliebenen Frachtern hätte angesichts von Forderungen der Gläubiger das gleiche Schicksal gedroht. Oaktree garantiert laut einer Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter, dass offene Rechnungen wie auch die anfallenden Schiffsbetriebskosten bezahlt werden. Die genaue Höhe der zur Verfügung gestellten Summe wurde nicht genannt.
Für den Neuanfang stellt der US-Investor, der nach der Entmachtung des Firmengründers Niels Stolberg größter Gesellschafter bei Beluga ist und auch das Management übernommen hatte, 14 Schiffe zur Verfügung. Weitere vier Schiffe stammen aus der Insolvenzmasse der Reederei und von einem Schiffsfonds, der noch gültige Verträge mit Beluga hat. Der Vertrag gilt vorerst nur für bereits fest gebuchte Reisen, für die Ladung vorhanden sei und die sich auch wirtschaftlich rechnen würden.
Grönda zeigte sich am Freitag optimistisch, dass die Flotte in den kommenden Wochen weiter wachsen und damit auch mehr Personal beschäftigen könne. „Ich hoffe, die Vereinbarung mit Oaktree ist nur ein erster Schritt“, sagte er. Es würden weiter Gespräche mit Banken und anderen Gläubigern geführt, um eine dauerhafte Perspektive zu finden.
Die einzelnen Abteilungen bei Beluga müssten nun zu einer neuen, funktionierenden Einheit zusammengefasst werden. „Da wird es auch Einschnitte geben müssen.“ Nach seinen Angaben soll sich die Reederei ganz auf ihr Kerngeschäft, die Bereederung von Schiffen, konzentrieren. Reederei-fremde Bereiche, etwa in der Touristik, Ausbildung oder in der Gastronomie, sind dagegen offenbar weiter akut gefährdet. Das Beluga College soll dagegen wenigstens bis zum Ende des Schuljahres fortgeführt werden.
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